Dienstag, 12. Mai 2015

Gänsefüßchen-Epidemie


Nachdem Eche Romeo damit angefangen hat und es auf Catholicism Wow und katholon übergegriff, hat es mein Blog jetzt auch erwischt. Das "ZdK in Gänsefüßchen setzten" breitet sich rasend schnell aus, nachdem das "Zentralkomitee" wieder mal versuchte, ohne Rom herumzuliturgiern.


Freitag, 8. Mai 2015

Hillary im Gotteswahn



[...] „Ich glaube, es gibt drei Gruppen von Menschen auf dieser Welt“, fuhr Badejo gegenüber einem Redakteur der katholischen Internetseite Aleteiafort, der ihn auf Clintons Aussage angesprochen hatte. „Diejenigen, die an Gott glauben, diejenigen, die nicht an Gott glauben und diejenigen, die glauben, dass sie Götter sind“, sagte er wörtlich. Nach seiner Einschätzung gehöre Hillary Clinton zur letzten Gruppe. [...]

Das wahrscheinlich beste Kommentar zum jüngsten Aussetzer der nächsten US-Präsidentschaftstkandidatin. Wieder mal von einem afrikanischen Bischof - denen man nicht nur bei uns generell gerne die Eigen- und Fremdverantwortung abspricht.


Montag, 4. Mai 2015

Das (Photoshop-)Bild der Woche



"Homo-Ehen" existieren doch - irgendwie.

Den Eindruck macht wenigstens dieses Bild hier.

Am Samstag ließen der CDU-Bundestagsabgeordnete Stefan Kaufmann und sein Lebensgefährte Rolf Pfander in einer mehr als entsprechenden Feier in der Stuttgarter Schlosskirche vom altkatholischen Pfarrer Joachim Pfützner den Segen auf ihre Partnerschaft geben.

Was man bei der "offiziellen Kirche" davon denkt, dürfte schon bekannt sein:

[...] Der Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Gebhard Fürst, hatte die Haltung der katholischen Kirche verteidigt: Einer Segnungsfeier in einer katholischen Kirche könne nicht zugestimmt werden, denn es bestehe die hohe Wahrscheinlichkeit, dass in der Öffentlichkeit der Unterschied zwischen einer Segnung homosexueller Paare und dem Ritus einer sakramentalen Trauung von Mann und Frau nicht wahrgenommen werde. Laut katholischer Kirche gehören zu einer Familie Mann und Frau. Homosexuelle Lebenspartnerschaften werden nicht anerkannt.

Womit Fürst praktisch recht hat. Es wird eine Hochzeitsfeier mit Priester Seelsorger Geistlichem in einer Kirche vollzogen mit allem Drum und Dran (auch mit Chor) - nur darf man es nicht "Hochzeit" nennen, weil man sich sonst mit den anderen Konfessionen überwerfen würde - neben den traditionellen Protestanten und Orthodoxen besonders mit der römisch-katholischen Kirche, die dieses rhetorische Hütchenspiel nicht akzeptiert.

Das war übrigens der Grund, weswegen Pfander der altkatholischen Gemeinde beigetreten ist. Kaufmann dagegen bleibt römisch-katholisch. Weil er "von innen heraus Veränderungen in der katholischen Kirche anstoßen will". Ob er sich vom Kirchenrecht gesehen her damit selbst exkommuniziert hat, müsste eigentlich offen bleiben - offen praktisierte Homosexualität schließt generell vom Kommunionsempfang aus, dazu kommen noch nach dem Codex Iuris Canonici die Teilnahme an einer "verbotenen Gottesdienstgemeinschaft" im engeren Sinne (Can. 1365) und im weitesten Sinne ein Anschlag auf die kirchlichen Einheit und Sittenlehre mit Hilfe der öffentlichen Kommunikationsmittel (Can. 1369).

Daher müsste hier eigentlich schon wieder Ende Gelände sein. Wenn nicht die Mainstream-Medien wären.


Donnerstag, 30. April 2015

"Religionsfriede an Schulen": Stochs neuester Wurf

Um gegen religiöse Beschimpfungen an den Schulen vorzugehen, die in der letzten Zeit meist gegen Juden und Christen gerichtet wurde, hat man sich im Baden-Württembergischen Kultusministerium etwas ganz neues ausgedacht: Die Erklärung zum "Religionsfrieden an Schulen".

Bisher wurde diese Erklärung von Vertretern christlicher Konfessionen (also auch der orthodoxen), der Israelitischen Religionsgemeinschaft, sowie dem Zentrum für Islamische Theologie und der Alevitischen Gemeinde unterzeichnet. Sie sieht vor, dass bei Konflikten die Eltern zusammen mit dem entsprechenden Verein/Gemeinschaft, sowie einem Dolmetscher zu Rate gezogen werden sollen, um diese direkt bei und mit den Jugendlichen abzubauen.

Einziges Manko: Sunnitische Verbände wie die Ditib unterzeichneten diese Erklärung nicht, obwohl diese eben Zugänge zu den Jugendlichen hätten, die mit solchen Hassparolen immer wieder auffallen, wie es erst im Februar an einer Neu-Ulmer Grundschule der Fall war. Letztendlich bleibt also die Bringschuld bei denen hängen, die dabei am meisten auf die Mütze kriegen - wie eben die Juden und die Aleviten, die unter sunnitischen Muslimen als "Abtrünnige" angesehen werden.


Samstag, 25. April 2015

Ein Erzbischof muss die Meinungsfreiheit erklären


In San Francisco regt man sich wie immer auf, wenn es um den Erzbischof geht: Salvatore Cordileone will, dass die Bewerber an  KATHOLISCHEN SCHULEN sich an KATHOLISCHE GLAUBENS- UND MORALVORSTELLUNGEN halten. Ist eigentlich ziemlich logisch, sonst hätte ich beide Stichworte nicht in Großbuchstaben geschrieben. Nur die Demokraten reagieren (wieder mal) mit der Diskriminierungskeule und fordern den Erzbischof auf, von seinem Vorhaben Abstand zu nehmen.
Dieser geht dann zum einzig richtigen Gegenangriff über:


[...] Der Erzbischof antwortete mit zwei Fragen: Würden die Abgeordneten der demokratischen Partei einen Wahlkampfmanager einstellen, der eine Politik unterstützt, die derjenigen der Demokraten widerspricht? Würde die demokratische Partei einen republikanischen Wahlkampfmanager einstellen, wenn dieser sich verpflichten würde, öffentlich nicht der Politik der Demokraten zu widersprechen? Wenn sie auf die erste Frage mit „Nein“ und auf die zweite Frage mit „Ja“ antworten würden, gäbe es keinen prinzipiellen Gegensatz zwischen ihrer Position und seiner.

Wenn sich der republikanische Wahlkampfmanager nicht an die Vereinbarung halten würde, die demokratische Partei kritisieren und den Gegenkandidaten loben würde, dann würde er wahrscheinlich gekündigt werden. Würde die demokratische Partei dies tun, weil sie alle Republikaner hasst, oder weil eine Person, die zufällig Republikaner ist, das ihr entgegen gebrachte Vertrauen missbraucht hat? Wenn das letzte der Fall sei bestünde ebenfalls prinzipielle Übereinstimmung, schrieb Cordileone. Er respektiere das Recht der Demokraten, selbst zu entscheiden, wen sie einstellen wollten, um ihre Ziele zu erreichen. Er verlange für seine Erzdiözese nicht mehr als denselben Respekt von Seiten der Demokraten.
[...]

Touché! 
Die ganze Sache muss man nun nur noch den lieben Politikern hier in Deutschland erklären. Dann wäre die Sache perfekt . Ist sie aber nicht, weil man anders als in den USA auf die gute alte "wir wollen die Kirche nicht schädigen, sondern retten!"-Nummer regelmäßig reinfällt, ohne dass überhaupt etwas geklärt wird.


Donnerstag, 23. April 2015

Affen, Abtreibung und Menschenrechte

Nachdem Ester schon auf die eine Janusköpfigkeit hingewiesen hat, mache ich an der Stelle gleich weiter:

Die "Fortschreibung der Menschenrechte" hat neuen Aufwind bekommen: Zwei Schimpansen wurden vom Gericht die Menschenrechte in Bezug auf den Habeas Corpus Act zugesprochen. Begründung für dieses Urteil, das die Freilassung aus dem Forschungslabor der Universität von New York zur Folge hatte:

[...] Das nachgewiesene Selbstbewusstsein, die Fähigkeit zu denken, zu planen und zu fühlen – das alles sind Gründe, warum immer mehr Biologen, Philosophen und Tierrechtler fordern, den vier Großen Menschenaffen endlich (über)lebenswichtige Grundrechte zu geben. Dabei ist der Schimpanse unser nächster Verwandter, sein Erbgut gleicht dem menschlichen – je nach Analysemethode – bis zu 99,4 Prozent. [...]

Betrachtet man das ganze ein wenig genauer, sind das eigentlich auch Eigenschaften, die andererseits den Schutz von ungeborenem Leben als politisches Agendum rechtfertigen und geradezu einfordern. Trotzdem sind scheinbar die meisten dafür, dass Abtreibung, das Auslöschen dieses Lebens, ein Menschenrecht sei.

Das ändert jedoch nichts an der Sache, dass nach der Meinung von Tierrechtsaktivisten wohl als nächstes eher Elefanten, Delphine und Wale an der Reihe sind, unveräußerliche Rechte zu bekommen.

Gute Nacht, Abendland.


Montag, 20. April 2015

Ost-westlicher Sprachrelativismus


Eigentlich ist es ja Völkermord, aber andere sprechen lieber von "Massaker".
Eigentlich ist es ja ein Massaker, aber andere sprechen lieber von "Tötung".
Eigentlich ist es ja eine Tötung, aber andere sprechen lieber von "Unfall".
Eigentlich ist es ja ein Unfall, aber andere sprechen lieber von einem "bedauerlicher Zwischenfall".
Eigentlich ist es ja ein bedauerlicher Zwischenfall, aber andere sprechen lieber von "eigentlich gar nichts".


Wenn also eigentlich gar nichts passiert ist, warum sollte man dann darüber reden?



Freitag, 17. April 2015

Ich habe nichts gegen Bischöfe, die sich als Bischöfe verkleiden...

... ich habe nur etwas dagegen, dass sich auf dessen Mitra ein Dollar-Zeichen befindet.


Ne, ne, ne. Und das bei einem "sozialen Wohnprojekt". Aber das hat ja die Presse um Glück nicht bemerkt, die dem Mammon ja auch recht zugetan ist, obwohl sie generell einen anderen Eindruck macht.


In Zukunft wird alles so wie früher

Vorgestern im REWE. Drei Jugendliche unterhalten sich:

"Hey, kennst du noch die ... aus unserer alten Klasse? Ey Alder, die hat sich voll verändert!"
"Ja, negativ oder positiv?"
"Keine Ahnung, die ist halt wie früher!"
"Also hat sie sich nicht verändert."
"Genau das wollte ich sagen."

Ich möchte nicht abergläubisch sein. Aber das war ganz sicher ein Omen auf das, was noch folgen wird.
Am nächsten Tag öffne ich die Zeitung und was lese ich da zu den neuen Bildungsplänen in Baden-Württemberg:

Musik soll eigenständiges Fach werden

Das war es eigentlich schon lange bevor die grün-rote Landesregierung aus ihrem Fächerverbund "Mensch, Natur und Kultur" (MeNaKu) wieder herauslöste und jetzt so tut, als wäre es was vollkommen neues. Weiterhin bleibt auch offen, warum die weiteren Fächer (Biologie, Physik, u.a.) weiterhin in diesem Verbund aufgelöst bleiben. An angeblich fehlender Interdisziplinarität kann es jedenfalls nicht liegen. Damit gab es schon zu meiner Zeit keinerlei Probleme.



Mittwoch, 15. April 2015

Der Papst und der Tod



Der ehemalige Privatsekretär des emeritierten Papst Benedikt, Georg Gänswein, gibt in einem Interview Einblicke in dessen Privatleben. Demnach bereitet sich Benedikt auch auf den Tod vor.
"Es ist klar, dass ein Mann, der in Kürze 88 Jahre alt wird, darüber nachdenkt", sagte Erzbischof Georg Gänswein dem italienischen Sender Retequattro in einem Interview, das am Dienstagabend ausgestrahlt wurde. "Wir haben darüber mehrmals gesprochen, der Papst und ich, obwohl er eine sehr diskrete und zurückhaltende Person ist." Gänswein erklärte weiter, die Vorbereitung auf den Tod sei für den emeritierten Papst Benedikt die Vorbereitung auf die Begegnung mit Gott, und dies sei die entscheidende Begegnung.
[...]
Quelle

Eigentlich sollte man Schlagzeilen beiseite lassen. Wenn gleich am Anfang die Schlagworte stehen "Benedikt bereitet sich auf Tod vor", dürfte es klar sein, dass man automatisch aus reiner Neugierde draufklickt, obwohl das für diejenigen, die Joseph Ratzinger kennen und sein hohes Alter beachten (was ihm ebenfalls vollkommen bewusst ist), nichts neues ist. Vielleicht dürfte bei der Meldung ein gewisser Professor aus Oxford ein Flasche Champagner bereitstellen - kurz bevor ihn überraschend ein Bücherregal erschlägt.

Der Tod und die Medien sind schon so eine Sache. Wie der Fantasy-Autor Neil Gaiman mal so schön geschrieben hat "Eigentlich wusste das jeder - und trotzdem sind sie überrascht, wenn es passiert". Man weiß zwar, dass er eines Tages kommen wird, nur wird das eben gerne geistig aufgeschoben - außer wenn es um die Hinterlassenschaften oder das davor geht. Auch im modernen Religionsunterricht ist der Tod eine Sache, auf die man sich nicht vorbereitet, sondern entsprechend betroffen reagiert. In den alten Kinderkatechesen war das (und ist in gewissen Kreisen) selbstverständlich, dass man das ganze Leben so leben sollte, als wenn man in nächsten Augenblick vor seinen Schöpfer treten könnte, am Ende des Lebens und in Krankheiten wird es eben noch einmal intensiver. Dementsprechend ist auch die Einstellung zum Tod.

Es wird berichtet, dass Theresia von Lisieux aus einem Fabelbuch der Klosterbibliothek alle Bilder entfernte, auf denen der dunkle Sensenmann vorkam. Auf die Frage hin, warum sie das tue, antwortete sie, dass dieses Schreckgespenst eben nicht der Tod sei, der sie zum Herrn bringe.


R.I.P. Percy Slegde

Man dürfte ihn besonders wegen diesem Lied hier kennen:


Requiscat in Pace.


Montag, 13. April 2015

Freitag, 10. April 2015

Filmtipp: "Die Belagerung" ("September Eleven 1683")

Nach gut zwei Jahren ist es nun endlich so weit: Der in italienisch-polnischer Produktion hergestellte Film "September Eleven 1683" wurde ins Deutsche übersetzt. Ehrlich gesagt habe ich das eigentlich nicht mehr erwartet. Aufmerksam darauf wurde ich erst, als ich mir in der Videothek den niederländisch-tschechischen Horrorfilm "Frankenstein´s Army" (übrigens recht amüsant, wenn auch total splatter) ausgeliehen und mir nebenbei noch ein Heft mit diversen Filmtipps mitgenommen habe, wo davon berichtet worden ist.


Ja, es gab schon einmal einen bestimmten Film über eine Belagerung von türkischer Seite, deswegen habe ich immer noch irgendwie den Eindruck, dass "Die Belagerung" als Reaktion auf "Battle of Empires - Fethi 1453" entstand. Sollte dem so sein, dann handelt es sich bei beiden tatsächlich um Gegenspieler - nicht nur im Hinblick auf den Inhalt (Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen - Verteidigung Wiens gegen die Osmanen), sondern auch im Hinblick auf die Geisteshaltung, die in beiden Filmen vertreten wird.

Bei "Fethi 1453" komme ich einfach nicht drum herum als den Film als "Neo-Osmanismus" zu bezeichnen. Die Hauptfigur Mehmet II. ist eine strahlende Persönlichkeit, hochedel und wird beinahe zum Messias hochstilisiert und jeder türkische Soldat ist hochmotiviert, Konstantinopel zu stürmen. Und zwar so hochmotiviert, dass man sich sogar selbst in die Luft sprengen würde, um sich zu gehen, dass die Lunte an der Sprengladung nicht ausgeht. True Story, ein Tor wer jetzt Böses denkt. Ein zwar (technisch) qualitativ hochwertiger Film, bei dem jedoch sehr viel beschönigt wird und diverse Massaker, die sich historisch ereignet haben, einfach unter den Teppich kehrt. Es hätte mich an der Stelle auch nicht gewundert, wenn am Ende des Film sich Mehmet II. als Erdogan zu erkennen gegeben hätte.

Anders dagegen sieht es bei "Die Belagerung" aus. Seien wir ehrlich: Die Kampfszenen sind im Gegensatz zu anderen Filmen eher ein wenig dürftig, man fragt sich auch mal zwischendrin, warum ein Mönch aus dem 17. Jahrhundert mit dem Kreuzesstab von Johannes Paul II. unterwegs ist. Aber dafür ist der Film viel tiefgründiger, die Figuren sind echter und glaubwürdiger. Taucht bei "Fethi 1453" nur mal so nebenbei das Problem auf, dass Mehmet verzagt, es aber sofort verschwindet, als sein absoluter Siegeswille wieder erwacht, bleibt dies bei "Die Belagerung" der Grundtenor des ganzen Filmes. Beide Parteien haben so ihre Probleme, die sich aber erst nach einiger Zeit herausbilden.

Der zahlenmäßig unterlegene Kaiser Leopold I. versucht die Situation zu verharmlosen und alles wie bisher aristokratisch zu lösen. Was unter anderem darin besteht, dem polnischen König Jan III. Sobieski den Oberbefehl zum Gegenangriff auf die Osmanen zu verweigern - weil er kein gebürdiger Adeliger ist. Auch ansonsten herrscht bei den Wienern und Polen eine ziemlich gedrückte Stimmung, weil scheinbar immer alles daneben geht. Wäre da nicht der Kapuzinermönch Marco d´Aviano, der ihnen nicht mit den Hinweis auf Gottes liebende Vorsehnung unglaublichen Mut verleiht, sondern auch ihre persönlichen Streitigkeiten mit dem Hinweis auf die Gottesebenblidlichkeit eines jeden Menschen und dessen Liebe und Sorge um deren Seele löst, die alle Schranken zwischen Adel und Normalbürger aufhebt. Daneben muss Marco immer wieder dagegen ankämpfen, dass man immer wieder beginnt, auf ihn persönlich zu vertrauen als auf Gott selbst.

Kara Mustafa, der Oberbefehlshaber der Osmanen, strotzt dagegen von Anfang an mit Selbstbewusstsein im Glauben mit einer Armee Wien im Handstreich einnehmen und bis nach Rom weiterziehen zu können als Rache an der Christenheit für die totale Vernichtung der osmanischen Flotte bei Lepanto. Einzige Sorge bereiten ihm die Träume seiner Frau, die darin gesehen hat, dass ein geheimnisvoller Mönch zu Fall bringen wird. Dagegen ermutigt ihn ein Traumdeuter in seiner fatalistischen Glauben vom unbedingten Sieg oder der ungedingten Niederlage: Kara Mustafa soll nicht in der Schlacht fallen. Was er auch nicht tut: Nach der totalen Niederlage, der er nur knapp entfliehen kann, wird er von den Truppen des Sultans zur Verantwortung gezogen und vor seinem eigenen Sohn durch Erdrosseln für sein Versagen hingerichtet. Sein Vertrauen in die eigene Stärke wurde ihm letztendlich zu Verhängnis, da er immer mehr strategische Fehler beging, auf die ihn auch seine Generäle immer wieder hingewiesen haben.

Doch auch für Marco gibt es am Ende nicht das typische Happy End: Seinen besten muslimischen Freund Abu´l , den er immer vor dem Zorn seiner christlichen Mitbürger in Schutz genommen hat und mit dem er auch bezüglich der Unterschiede zwischen Islam und Christentum und der scheinbar unumgänglichen Notwendigkeit des "Heiligen Krieges" immer tiefer gehende Gespräche führte, findet er am Ende tot auf dem Schlachtfeld, weil dieser sich letztendlich doch für eine Teilnahme am Krieg entschieden hat. Marco ist zutief untröstlich über das, was aus seinem Freund geworden ist


Bewertung: Wer wirklich epische Schlachten wie in "300" (wie auf der DVD-Hülle beschrieben) erwartet hat, muss leider enttäuscht werden. Dagegen wird ein historisch korrekter und schöner abendfüllender Film geboten, dessen Diskussionspotential sich nur schwer ausschöpfen lassen wird und einen bleibenden Eindruck hinterlässt.