Dienstag, 1. Mai 2012

Wilkommen im Bri- Bra- (Giordano-) Brunoland

Wie zuletzt versprochen ein kurzer Bericht über die Ausstellung "Heilig´s Röckle!", die in der TUFA in Trier stattfindet. Eigentlich bin ich rein zufällig durch ein Kommenatr darüber gestoßen. Ein "alternatives Pilgerprogramm" unterstützt von der "Giordano-Bruno-Stiftung" und den "Evolutionären Humanisten Trier".
 Interessant. Mal schauen, was da so alternativ abgeht.


Nach einer dreiviertel Stunde die Ernüchterung wie in allen Ausstellungen über "Moderne Kunst": Am Ausgang bin ich mir nicht sicher, ob das gerade eben wirklich Kunst war oder ich nur kurz mental weggetreten bin. Der Untertitel lautete "Fetische in Kirche, Kunst und Konsum", die meisten Ausstellungsstücke schienen meist nur Brainstormings zu diesem Thema  gewesen zu sein (es waren übrigens mehrere verschiedene Künstler). Die  Karikaturen, die man auch auf der Homepage der gbs findet, und die Dokumentation zur Konkordatskritik "Papst trifft Hitler" schienen dagegen (im "Evoluzzerjargon") wie der Mensch nur ein kurzes Aufflimmern in einem ewigen und sinnentleerten Atlierskosmos zu sein. So wenig lässt sich die Handschrift einer organisierten Stiftung darin erkennen. Was kann man also über die gbs selbst -wie ich es mir erhofft hatte- lernen? Mit der Ausstellung alleine eigentlich nicht viel. Also hielt ich mich an den Rat, den ein befreundeter Pater mal gegeben hat: "Trau, SCHAU wem". Also google ich ein wenig im Internet.
Und siehe da, man landet im Märchenland.
Zur näheren (satirischen ) Darlegung verwendet ich eine der edelsten deutschen Literaturgattungen. Den vor Honig triefenden (Hohen) Minnesang:

"Seit der Gründung 2004 durch den Möbelfabrikanten Herbert Steffen (ehem. Mitglied des Diözesanrates Trier, seit Kirchenaustritt Unterstützer von Kritikerpapst Karlheinz Deschner) durchzieht eine mutige Schar von Helden die Bundesrepublik unter dem Banner der "Leitkultur Humanismus und Aufklärung". Es handelt sich um Struwwelpeter-Philosoph Michael Schmidt-Salomon, Rumpelstielzchen Philipp Möller und Co (darunter Cartoonist Ralph König und Autor Janosch), die das ahnungslose Volk vor den schwarzmagischen Kräften der Religion warnen und sogar (wie wenige Mannen vollbringen dies noch heutzutage?) offenen Konflikt nicht scheuen. Mit einer schier unglaublichen Kraft tauchen sie an den Lagern dieser dunklen Mächte auf und zaubern die Aufklärung, das Licht der Menschen, herbei. Sei es mit wunderbaren Infoständen ("Heidenspaß statt Höllenqualen" auf dem WJT 2005, bald auch in Mannheim) oder magischen Bussen.

 Was unseren durch Glauben geblendeten Augen verborgen, offenbaren ihre vor Buntheit, edelster Schlagfertigkeit und heroischer Oberflächlichkeit strahlende Bücher wie "Wo bitte geht´s zu Gott? Fragte das kleine Ferkel" (Teil 1 2 3 4 5 dieses Epos für Jung und Alt) und  "Susi Neunmalklug erklärt die Evolution" (von dannen, ihr Gläubigen! Vergesst alle Antworten die in Katechismus, bei Hieroymus und Thomas von Aquin gegen die Erschaffung der Welt in sieben Tagen gegeben werden und unterwerft euch Michaels Vorurteil, dass  ihr als Christen daran glauben müsst und lasst euch nundenn ohne Wehr euren Glauben zertrümmern) selbst dem kleinsten Kinde. Es strotzt deren Botschaft vor Lebensfreude, Menschenliebe und der geliebten Schwester Toleranz, dass doch jeder mit Herz und Verstand erkenne, dass daraus die (naturalistisch-evolutionistische) Wahrheit spreche, wäre da nicht der Schatten, der sich auf der dreier Haupte legen würde. Geblendet von deren eigenen Wahrheit wandten sie die wackeren Gefährten gegen jeden, der gegen ihre erlauchte Runde Widerspruch erhob. Mögen es Bedenken gegen ihre edlen Missionen oder aus der eigenen Reihen Wiederspruche sein, der müsse deren Urteil auf sich nehmen, in das Tal der Unaufgeklärten geraten und damit der bösen Macht verfallen zu sein. Am Ende waren sie alleine, schrieben lobend Kritik über ihr eigen Werke. Nun hat sich auch das Schicksal gegen sie gerichtet, von Fortuna verlassen huldigen sie einem eigenartigen Kulte.

 Nun ziehet von dannen und berichtet, dass ihr gehört von einer seltsam Schar, die durch die deutschen Lande ziehet, dass vor einem Rechner ich gesessen und diesen Bericht verfasset habe bis wehe mir der Rücken tat."

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