Sonntag, 10. Juni 2012

"Merseburger Zaubersprüche 2" von In Extremo

Irgendwann einmal ist auf der Homepage von science.ORF ein Bericht über einen altirische Zauberspruch berichtet worden, der in einem Messbuch aus dem Jahr 800 gefunden wurde. Für Keltologen eine Sensation, wenn man bedenkt, dass ziemlich wenige Verschriftlichungen erhalten sind. Rätselhaft bleibt auch, warum gerade ein Zauberspruch im Messbuch notiert worden ist, der dazu noch das Kamel nennt, ein Tier, das eigentlich nicht in Irland vorkommt.
Auch in unseren Breitengrade sind altsprachliche Zaubersprüche bekannt, wie beispielsweise die zwei Merseburger Zaubersprüche. Missionare und Mönche könnten sie notiert haben, um - wie manche Vermuten - Segenssprüche leichter an die Kultur der Bevölkerung anzupassen. Christianisierung in germanischem Gewand mithilfe von Zauberformeln als Vorlagen, die außerdem der vorherrschenden Dichtform (Stabreim) entsprechen, was dem Ganzen einen schönen Klang verlieh.
Heute kann man in einer christianisierten bzw. schon säkularisierten und technisierten Gesellschaft leider nicht mehr damit anfangen. Was aber viele Mittelalterbands nicht daran hindert, sie neu zu vertonen. Ein sehr schönes Beispiel dafür hat "In Extremo":




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