Dienstag, 5. Juni 2012

Vatileaks: Ein Ende ist nicht absehbar

Schlechte Nachricht im Fall "Vatileaks": Mit der Festsetzung des Kammerdieners ist es noch lange nicht getan:

"[...] Das Spektakuläre an dieser Notiz ist vielmehr eine nebensächliche Kleinigkeit. Sie ist auf Deutsch verfasst – und also in einer Sprache, die Paolo Gabriele, der spionierende Kammerdiener an der Seite des Papstes, nicht einmal lesen konnte. 

Das heißt aber, er hat auch genommen und fotografiert oder gescannert, was er gar nicht verstand. Er hat wahlos und unsystematisch alles genommen. Nichts anderes kann sein Auftrag gewesen sein. Hier war kein intelligenter Spion am Werk, der schon während der Arbeit gezielt selektierte. Das muss als die bisher letzte Enthüllung des Nuzzi-Buches gelten. Gabriele war tatsächlich nur ein „Postino“, ein Postbote, dessen einzige Aufgabe es war mitzuhelfen, die Position des Papstes zu schwächen und dessen Vertrauen in die Arbeit seines Sekretärs zu erschüttern. [...]"

Und es kommt noch besser: Bei den Tätern handelt es sich wahrscheinlich um weitere Mitarbeiter oder wenigstens solche, die vorgeben, im Umfeld des Heiligen Vaters "aufzuräumen":

"[...] Ein Dokument in der „Repubblica“ kann jedenfalls kaum anders als offene Erpressung gedeutet werden. Es ist ein „blinder“ Brief Gänsweins, der die Unterschrift, das Datum (des 19. September 2009) und den Briefkopf zeigt und dessen Inhalt abgedeckt ist, um angeblich „die Person des Heiligen Vaters nicht zu verletzen und zu beleidigen, die durch seine unfähigen Mitarbeiter ohnehin schon sehr geprüft ist “. Der oder die Absender behalten sich allerdings die Möglichkeit vor, das Stück dennoch ganz zu veröffentlichen, sollte man sich im Vatikan weiter darauf versteifen, „die Wahrheit der Fakten zu verbergen“. Sprechender als das angebliche Bemühen um die Wahrheitsfindung der bislang noch anonymen Urheber ist allerdings ihre verräterische Spitze gegen „die unfähigen Mitarbeiter“ (collaboratori inetti). [...]"

Was kann die Blogoezese dagegen tun?
Außer Gebete zur Unterstützung des Heiligen Vaters und seiner Mitarbeiter und einer Pfingstnovene fällt mir leider nicht viel ein. Aber besser als den ganzen Tag nur Kommentare vor sich hinzuschieben.

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