Sonntag, 24. Juni 2012

Warum braucht Thomas unbedingt eine Messe?

Schon wieder liturgischer Missbrauch im deutschsprachigen Raum. Nach kath.net soll es sich um eine sogenannte "Thomasmesse" für "Suchende, Zweifler und andere Christen" handeln. An dieser Stelle - nach den Fragen nach Frauenpriestertum, Zulassung wiederverheirateter Geschiedener zur Kommunion und diversen liturgischen Experimenten - kann man sich natürlich fragen, warum jede Reform besonders auf die Heilige Messe zielt.
Wenn man im "Fall Bad Ischl" nur die "Zweifler" im Auge hat, kann man natürlich argumentieren, dass doch die Messe der Höhepunkt des christlichen Alltags sei und Christus selbst gegenwärtig wird, um den Menschen auch im Zweifel zu helfen. Kann man aber nicht auch andere Gläubige oder einen Priester um Hilfe bitten? Und wie steht es mit dem Gebet zu Heiligen Geist? Bei den "anderen Christen" fragt man sich außerdem nach einer Weile, warum sie denn nicht katholisch werden, wenn sie unbedingt den Leib Christi empfangen wollen.
Ach so, wie konnte ich das nur vergessen: Die Messe ist ja nur eine symbolische Handlung. Es handelt sich bei der konsekrierten Hostie ja nicht wirklich um den Leib Christi - wir sind ja keine Kannibalen! - sondern um ein gemeinschaftliches Mal. Und wenn man mit anderen schon ohne Probleme Vollkornbrot teilen kann, warum dann nicht auch Hostien? Was macht aber dann die Messe genau aus? Die gemeinschaftliche Versammlung natürlich! Man kann alles mögliche vortragen, um seine Empfindlichkeit zu veranschaulichen oder auf "Missstände" hinweisen. Die Themen sind übrigens nicht wirklich festgelegt. Wie Jean-Paul Satre so schon sagen würde: "Ohne Gott ist alles erlaubt." So darf es nicht wundern, wenn ein Globalisierungsgegener von ATTAC die Predigt hält. Der Fantasie sind ja keine Grenzen gesetzt, warum sollten wir uns also aufregen? In der Stadthalle Vorträge halten? Sacht mal, ihr Blogger wohnt wohl hinter dem Mond. Da verirrt sich doch kein Mensch mehr hin. Außerdem sind die Vorträge da für uns viel zu realpolitisch und nüchtern...

Apropos politisch. Ist der Typ links jetzt ein Priester oder ein Beamter mit einem etwas exzentrischen Bekleidungsstil?

Kommentare:

  1. Trägt der so eine Art Stola-Schoner unter der Stola über dem Anzugsjackett?

    Kein Anzeichen von Schultertuch, Albe und Casel sichtbar. Vielleicht hat die Stola ein Kreuz hinten im Nacken, aber ansonsten scheint sie frei von christlich/katholischen Motiven zu sein.

    Die Tüchersammlung auf dem Altar ist auch nicht rubrikengemäß, keine Spur eines weißen Altartuches. Zugelassenes Meßbuch ist auch keins zu sehen, aber dafür vom konfessionsfremden Kollegen gehalten und hinter der Kerze jede Menge nicht approbierter Ergüsse.

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  2. Ganz gwiss handelt es sich hier um ein bewusstes sich distanzieren von allem was die römisch-katholische Kirche ausmacht. Es gab einmal eine Zeit in meinem Leben wo ich dachte, die Kirche müsse einen weiten Mantel haben, worunter ALLE einen Platz finden können. Längst habe ich diese Meinung abgelegt. Den Aktivisten muss von den Bischöfen, unseren Bischöfen, die das Lehramt der Kirche verkörpern, klargemacht werden, dass sie sich immer weiter vom Zentrum der Kirche entfernen. Gleiches gilt den Besuchern solcher Veranstaltungen. Dereinst sollte klar sein: katholisch ist das nicht. Wo ich wohne sagen die Menschen: ziehende Leute soll man nicht aufhalten ..., also geht einfach ... oder kommt zurück.

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