Mittwoch, 27. Juni 2012

Was die Kommunion vom Kannibalismus unterscheidet. Ein Antwortschreiben auf Michael Schmidt-Salomon

Michael Schmidt-Salomon hat mal wieder ein struntzblödes Vorschlaghammerargument vom Stapel gelassen. Er wirft den Christen "rituellen Kannibalismus" vor, weil sie in der Kommunion den Leib Christi empfangen. Eigentlich kann man das Ganze wie einen schlechten Witz vergessen, vor allem weil er damit anderen unbedingt ein schlechtes Gewissen einreden will. Dass er die Sache selbst eigentlich besser wissen müsste, zeigte er eigentlich schon in seinem berühmt berüchtigten Kinderbuch, indem er diesen Vorwurf ebenfalls aufnahm und eine Art von starker Ironisierung (zwischen übertriebener Ernsthaftigkeit und Verachtung von Religion) gebrauchte. Eigentlich braucht man ihn ja nicht beachten. Ich tu es aber mal und gehe seinem Vorwurf nach. Auf seine auf Oberflächlichkeit und Stereotype ausgerichtete Weise (Selber schuld, Herr Schmidt-Salomon).

Ach ja. Rammstein eignet sich so für jeden erdenklichen Blödsinn...

Was bei der Kommunion gemacht wird, ist ja bekannt. Die Gläubigen empfangen eine konsekrierte Hostie, die sie sofort verzehren. Beim Kannibalismus wird Menschenfleisch gegessen, was meist an Toten durchgeführt wird, die entweder auf natürliche Weise gestorben sind oder absichtlich getötet worden sind. Es ist aber auch an lebenden Menschen möglich, wenn man kleine Fleischteile an seinem eigenen oder einem fremden Körper entfernt, was experimentell vor einiger Zeit in den Niederlanden im Fernsehen durchgeführt wurde. In diesem Fall haben wir also einen wirklich großen Unterschied wie Tag und Nacht.
Jetzt kommt aber der Hinweis, dass es sich bei der konsekrierten Hostie wirklich um "Fleisch und Blut" Christi handelt. Und wir ihn auch wirklich verzehren. Also doch "ritueller Kannibalismus"? Dazu muss man noch einmal weiter ausholen. Es handelt sich um ein "unblutiges Opfer", das mit Brot und Wein vollzogen wird, wie es der Herr seinen Jüngern empfohlen hat. Und es ist auch wichtig, darauf hinzuweisen, dass er schon vor dem letzten Abendmahl mehrmals auf dieses Opfer von   hinwies. Die Evangelien sind also in diesem Sinne schon von Anfang an auch eucharistisch ausgerichtet. Wer an dieser Stelle einerseits leugnet, dass das Abendmahl eine Vorwegnahme der Eucharistiefeier ist, die Jesus seiner Kirche aufgetragen hat, löst unfreiwillig die Kirchengeschichte und ihren Bezug auf ihren Gründer auf. Wer dagegen Bezüge in seiner Taten vor und nach dem Abendmahl leugnet, löst die Zusammenhänge in den Evangelien auf und stellt die gesamte Verkündigung in Frage. Man würde also die Sache an sich bis zur Unfassbarkeit relativieren. Es ist also nötig, logisch und der katholischen Lehre gemäß bei dieser Sache zu bleiben. An dieser Stelle andauernd abbrechen, weil Glaube an sich Unsinn sei, also in Glaubens- und Wahrheitsfragen nichts zu sagen habe, wäre Unsinn (Also Entschuldigung, Philipp. Hier hast du Nichts zu suchen).
Unblutiges Opfer bedeutet, dass es auch ein blutiges gegeben hat. Und das war die Kreuzigung. Die Eucharistie ist die Vergegenwärtigung dieses Opfers. Die Erlösung, von der Christus gesprochen hat, geschah am Kreuz, in der Eucharistie findet die Fortdauer statt. Eine erneute Kreuzigung ist nicht mehr nötig, ein solches "Ritual" wie es Schmidt-Salomon uns assoziieren will, findet nicht einmal statt. Was dagegen stattfindet, ist eine Darbringung der Gaben an Gott, der sie in den Leib Christi wandelt. Dieser Leib wird ihm dargeboten, wie Christus selbst sich in der Kreuzigung für die Menschheit darbrachte. Erst in diesem Kontext können die Gläubigen den Leib Christi empfangen.
Aber warum in Form des Brotes und warum soll es gegessen werden? Man kann an dieser Stelle sagen: Weil er es so wollte. Der Mensch lebt von Gott wie von der alltäglichen Nahrung. In der Kommunion wird er also zu dieser Nahrung. Doch warum kann man das nicht reformierten Sinne vom geistigen "Annehmen" verstehen? Weil der Mensch mehr als nur Geist ist. Er ist ein körperlich-seelisches Wesen, das auch auf handfeste Dinge angewiesen ist. In der Taufe wird im Übergießen des Wassers der Mensch in die Gemeinschaft aufgenommen, in der Beichte wird ihm die Absolution durch einen Priester vergeben. Wenn man das ganze "geistig" betrachten soll, wie es manche Leute fordern, ist man sich nie sicher, ob jetzt wirklich am Menschen gehandelt worden ist. Und das deutlichste Zeichen einer Annahme, sogar eine handfeste Annahmen selbst dieses Verhältnisses zu Gott ist die Aufnahme dieser Erlösung, dieser Gottheit selbst in seinen physischen Leib, der auch die Seele des Menschen enthält.
Hätte man dann nicht das Ganze auf eine Art "Fluidum" reduzieren können, also eine Art Wasser für die einzugießende Gnade, statt den ganzen Leib zu nehmen, in dem auch Seele und Gottheit gegenwärtig sind? Wie soll so etwas aussehen? Außerdem ist die Erlösung eine Person, die als Gott und Mensch tatsächlich dieses Opfer würdig vor Gott vollbringen konnte ( wir erinnern uns, dass der Mensch vor Gott in Schuld geraten ist, die er selbst nicht mehr aufwiegen konnte), und nicht eine Art "Fluidum" oder symbolisches Gefühl, wie uns viele moderne "Theologen" weismachen wollen. Außerdem wird Christus nicht aufgeteilt, wie man ein Stück Fleisch aufteilen würde. Der Urheber, der ganze Christus sitzt zur Rechten des Vaters, lässt den Mensch aber schon zu Lebzeiten an seiner Gegenwart teilhaben. Und weil er lebendig zur Rechten des Vaters sitzt, weil nur ein lebendiger Christus diese Gegenwart, die er selbst ist, geben kann, muss es sich auch um einen lebendigen Leib handeln, der empfangen wird und der nach der Messe in der Kirche verbleibt. In Vergleich mit dem Kannibalismus, der in indigenen Völker auf "Kratfübertragung" ausgerichtet ist und eine Lebendigkeit nur ein Nachteil sein kann (das Opfer könnte sich ja wehren, lebendig als Ganzes kann man sowieso niemanden essen) also wiederum ein Unterschied. Beim Kannibalismus handelt es sich um nacktes Überleben, das vor dem menschlichen Leben keinen Halt mehr macht, bei de Eucharistiefeier gibt sich der Herr aus dem Überfluss seiner Erlösung dem Menschen selbst her, damit dieser für seine Bestimmung am Leben bleibt.
Aber wie kann man dann davon ausgehen, dass es sich wirklich um den Leib Christi handelt, wenn man doch eine essbare Oblate zu sich nimmt? Selbst wenn sie Gott zur Wandlung dargebracht worden ist, hat sie sich doch nicht groß geändert. Man kann in diesem Fall von einer verborgenen Wandlung sprechen. Ein schönes Beispiel für die Eucharistie ist das Bild einer "Impfung für das ewige Leben". Wie mit einer Spritze empfangen wir diese heilende Gegenwart Christi und unsere Erlösung. Der Unterschied zur Spritze aber ist, dass keine Hülle vorhanden ist, die anschließend von dem Stoff getrennt wird. Jeder Priester kann bestätigen, dass er während der Brotbrechung auch keinen Fremdstoff innerhalb der Hostie gesehen hat. Das kommt daher, dass die Hostie selbst zu diesem Stoff geworden ist. Sie behält zwar die Akzidentien (runde Form, Brotgeschmack, weiße Farbe) bei, jedoch hat sich die Substanz an sich geändert. So ähnlich, wie Nährstoffe in lebendigen Körpern zu lebendigen Zellen und damit Teil des Körpers werden, so wandelt sich auch die Substanz des Brotes. "Dann ist das ja doch Kannibalismus!" Nein, Schnellmerker. Wer sich erst jetzt ernsthaft Gedanken über eine Realpräsens macht, sollte noch einmal ab dem dritten Abschnitt genauer lesen. Der Kreis schließt sich also.

Kommentare:

  1. You said that the Last Supper is "in anticipation" of Communion, but I thought that it IS Communion. But I'm reading this page translated into English, so it is a little hard to understand, although it's entertaining to see the Eucharist called "she" X)...I've never heard of this Schmidt-Salomon, so his voice must not carry too far...The line about man being "a physical and spiritual being that is dependent on tangible things" particularly strikes a chord with me.

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    1. I meant the historical anticipation. Pope Benedict himself wrote that the Lat Supper the Lord celebrated before His Passion was not a kind of Eucharist we understand today. Because of the temporal difference. The Last Supper was the direct instruction to His disciple. But it happened before His crucification so the full value of His self-scarification was missing because He died after the Supper. It was an anticipation because his full meaning followed after one day, what we celebrate in the Mass.

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    2. Oh Iiii see...I never learned that particular concept, and it seems very odd to me. But...if the Last Supper wasn't real Communion then, why did Jesus say "This is My Body", which I was always taught to take quite literally, because it practically defines Communion, the core of the Catholic faith, and a line that I've always leaned on when I've debated with Protestants...And I guess I would have thought that theoretically people could have had communion before Christ was crucified, because he's still as alive now as he was then, so...I guess you mean it would be like taking a gift before it was actually given?

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    3. I recognized, that there is really an mistake in the translation like you wrote in the last comment (I really dislike this translator, but better than nothing;-). "Vorwegnahme" was translated as "anticipation". That could mean that what happened in Last Supper was not we celebrate in the Eucharist. But from the German language direct translated ("Vorwegnahme" = "Happened/Was taken before the real happening") it means not, that there was no Body of Christ in the Last Supper. If the bread was not the Body of Christ like in our mass how can the priests consecrate bread in His Body? The only answer is that Jesus gave it really with his instruction. Bendict XVI. wrote an real good article in the 5. chapter of his boob "Jesus of Nazareth: Holy Week":
      "[...] How can this happen? Jesus is standing amongst his disciples - what is he doing? He does what he said in his shepherd speech: "Nobody will snatch my life away from me, because I will give it from me." (John 10,18) His life will be snatched on the cross, but now he gives it from hisself. He is changing his violent death in an free act of devotion of hisself for the ohters and to the others.
      He knows: "I have the power to give my life away and the power to take it again." He gives the life and knows that he take it again (in a new form[?]). In giving away his life the ressurection is (present[?]). So he can in anticipation give it, because he is giving the life - hisself - and take it (in this act[?]) again. So can he now give the sacrament, in which he became the dying wheatcorn and throught the times in true reproduction of bread give hisself to the people." [I know, it´s an horrible transaltion from German in English. You find the text in chapter 5, 3).
      Sorry for waiting so long. I wanted to get really sure before writing an answer...

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  2. Die Wahrheit zu dieser Eucharistie- Handlung läßt sich ganz einfach durch einen Geschmackstest der Hostie feststellen ::: Die Hostie , die durch einen studierten Theologen und natürlich auch Priester besprochen wurde . ist geringfügig geschmackvoller als die Hostie , die durch eine frauliche Laientheologin besprochen wurde ! Doch beide sakralen und liturgischen Handlungen gründen sich auf die Riten der heiligen griechischen Geheimreligionen wie Attis , Dionysos , Mithra , Bacchus Baal usw. .... hier wurden ähnliche Handlungen zur Gottesverzehrung vollzogen .... und das aber Jahre vor Jesu Lebenseinheit ! Jesu selber kannte diesen Ritus einfach nicht , weil er nur zu den Schafen Israels gesandt war ! Apostel Paulus war es , der Jesus zwar nicht kannte , doch dafür umso mehr sich mit den wundervollen Riten diser Geheimreligionen auskannte , weil er ja in Tarsus , dem heutigen Antalya , einer Hochburg dieser heiligen Religionen , groß geworden ist , der uns dieses Geschenk der Gottesverzehrung überlieferte ! Und noch etwas , was dagegen spricht , daß Jesus diese Eucharistie gestiftet hat :::: 1. Den Juden war es streng verboten Menschenfleisch zu essen und auch Menschenblut zu trinken ....und 2. Jesus hätte sich beim berühmten Abendmahl selbst verzehren müssen ...... nun als tiefgläubiger und gesetzestreuer Jude hätte er es nie übers Herz gebracht , gegen diese jüdischen Religionsgesetze so hart zu verstoßen ......Also gebührt ganz alleine dem Apostelfürsten Paulus diese Ehre der Eucharistie ..Die es natürlich bei einer Berufung auf Jesus dann garnicht gibt ......

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    1. Sed contra:
      1. Paulus war pharisäischer Jude, heidnische Kulte waren ihnen generell tabu, auch die Christen warnt er in dieser Hinsicht vor.
      2. Geheimreligionen waren nur Eingeweihten zugänglich. Berücksichtig man die theologische Ausbildung von Paulus und seine Einstellung dem Heidentum gegenüber als von Dämonen beeinflusst, hätte er sich nicht nur vor einer Teilnahme, sondern auch vor einer direkten Übernahme von heidnischen Praktiken gescheut. Sollten diese Kulte durch die gelegentliche Geschäwtzigkeit trotzdem bekannt gewesen sein: Siehe Punkt 1.
      3. Auch die Apostel (einschließlich Paulus) waren ebenfalls Juden. Trotzdem hat sich dort ebenfalls niemand beschwert. Ebenfalls bei späteren kleineren Abspaltungen hat sich niemand darüber beschwert, es gibt auch keine weiteren Auseinandersetzungen von Paulus aus, die sich gegen einen solchen Vorwurf zu verteidigen hatten.
      4. Zu Thema ¨Gottesverzehr¨: Den Text haben sie anscheinend nicht wirklich durchgelesen. Wenn, dann nicht wirklich aufmerksam.
      5. Bitte echte schriftliche Beweise und Texte aufzeigen statt immer wieder wieder zu behaupten, Jesus HÄTTE, SOLLTE das getan oder HÄTTE SOLLTE das getan haben. Die früh-protestantische/ Sektenargumentation zählt an dieser Stelle nicht. Und Archäologisch beglaubigt sollten diese Beweise/Texte ebenfalls sein. Nur dass man denkt, dass Jesus das getan hat, macht die Sache auch nicht wahrer.
      6. PETRUS war der Apostelfürst. Wenn nicht, dann wie gesagt: schriftlicher oder archäologischer Beweis, unhistorische persönliche Meinungen zählen nicht.

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