Samstag, 2. Juni 2012

Wenn du glaubst, es geht nicht mehr, kommt irgendwo noch was härt´res her.

Wer gedacht hat, dass es nach den letzten Medienberichten nicht mehr peinlicher kommen kann, den muss Pater Engelbert Recktenwald FSSP leider enttäuschen. Kopiert, da die Postings nicht separat angezeigt werden:

CIG contra Rom
 Papst Benedikt XVI. hat am 30. Mai in Zusammenhang mit der Vatileaks-Affäre beklagt, dass in manchen Medien die traurigen Fakten so aufgebauscht und verallgemeinert werden, dass ein Bild vom Heiligen Stuhl entsteht, “das nicht der Realität entspricht.” Damit meinte er wohl Darstellungen, in denen der Heilige Stuhl als eine Zentrale erscheint, in der es “gröbste Verstöße gegen Transparenz” gibt, “heftige Intrigen, Machtspiele, korrupte Machenschaften.” Diese karikaturhafte Darstellung, aus der wir zitieren, findet sich allerdings nicht in irgendeinem kirchenfeindlichen Kampfblatt, sondern in der katholischen WochenschriftChrist in der Gegenwart (CIG), Ausgabe Nr. 23 für den 3. Juni 2012, unter ihrem Chefredakteur Johannes Röser.
Doch die Verunglimpfung geht noch weiter: Das “höfische römische Kirchenwesen” wird als ein “weltlich Ding” bezeichnet, “das sich unter dem Feigenblatt der ‘Entweltlichung’ allerdings den Standards von Gewaltenkontrolle und Gewaltenteilung nachhaltig” entziehe. Mit dem programmatischen Stichwort “Entweltlichung” hatte Papst Benedikt XVI. in seiner Freiburger Rede vom 24. September 2011 gerade einer vernünftigen Selbstbeschränkung der Kirche als bloß weltlicher Größe das Wort geredet, einer Entinstitutionalisierung, die dazu führen soll, dass es der Kirche nicht um eigene Geltung gehe, sondern darum, sich auf christliche Weise der Welt zuzuwenden, “jede bloße Taktik abzulegen und nach der totalen Redlichkeit zu suchen.” Aus der Entweltlichung, die der Papst meint und die auf Redlichkeit abzielt, macht Christ in der Gegenwart also ein Feigenblatt für Unredlichkeit.
Auf infamere Weise kann man dem Papst das Wort im Munde nicht herumdrehen. Und das geschieht nicht etwa im Spiegel, sondern in einer Zeitschrift aus dem ehrenwerten Hause des Verlages Herder.



1 Kommentar:

  1. CiG ist von Herder ... dabei hatten die sich schon vor Jahrzehnten - ich übertreibe nicht - als nicht mehr explizit katholisches Verlagshaus erklärt, was in den Angeboten des Verlags ja schon zunehmend deutlich geworden war ...

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