Mittwoch, 4. Juli 2012

Achse des Guten und Frischer Wind: Nachtrag zum Beschneidungs-Urteil

Für ziemlichen Wirbel sorgte in den letzten Wochen das Urteil aus Köln, dass Beschneidung als "Körperverletzung" zu verbieten sei. Auf der "Achse des Guten" ist schon kommentiert worden, dass man mit ähnlichen Argumenten nicht nur die jüdische Beschneidung an sich, sondern auch christliche Riten wie Taufe oder sogar das Knien im Gottesdienst auszuhebeln wäre. Vor allem, wenn andere Leute von Außerhalb ganz andere (meist falsche) Vorstellungen über diese Riten haben. Der Artikel "Zu viel gekokst?" drückt das am besten aus. Nicht nur von der Überschrift her.

Hinzu kommt noch der Sachverhalt, dass es sich seit der Zeit der Ägypter (und wahrscheinlich schon davor) bei der Beschneidung um einen hygienischen Eingriff handelt. Auch bei Nichtjuden und Nichtmuslimen wird ein solcher Eingriff durchgeführt, wenn die Gefahr besteht, dass sich bei der Vorhaut Infektionen bilden können. Dass diese einen solchen operativen Eingriff als "Körperverletzung" angezeigt oder erhebliche körperliche und psychische Schäden davongetragen hätten, davon ist seltsamerweise nichts bekannt. Man will ja nicht so pingelig sein und da noch die Krankenhäuser mitreinziehen...


Von katholischer Seite her hat  Frischer Wind eine hervorragende Zusammenfassung geschrieben, in der sie auch auf die Bedeutung der Beschneidung in der katholischen Theologie und im Sakramentsverständnis hinweist. Siehe auch ganz unten den Link "Bemerkenswert" über die Abschaffung des "Festes der Beschneidung des Herrn" durch die Liturgiereform 1970.


1 Kommentar:

  1. Daß man noch nichts davon gehört hat, daß Beschneidungen aus hygienischen Gründen als Körperverletzung geahndet wurden, könnte daran liegen, daß auch das LG Köln diese nicht in Frage gestellt hat, sondern nur solche ohne medizinische Indikation. Ausweg hier.

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