Samstag, 21. Juli 2012

Beschneidung Royale

Kleine Randnotiz zur "Beschneidungs-Debatte". Von Karlheinz Weissmann unter der Rubrik "GegenAufklärung" in der "Jungen Freiheit" vom 20. Juli 2012(Nr. 30-31/12):

"Noch zur Beschneidung: Von der Regel, dass die Beschneidung in Europa als unüblich oder babarisch angesehen wird, gibt es eine Ausnahme: Das britische Königshaus. Offenbar kannte man hier seit der Zeit Königin Viktorias die Übung, männliche Nachkommen an der Vorhaut zu beschneiden. Die Begründung dafür lautete, dass die britische Dynastie auf König David zurückgehe. Man muss in dieser eigenartigen Praxis jenes "Israelismus" sehen, der sich seit der frühen Neuzeit in Großbritannien ausprägte und die Briten als die wahren Israeliten betrachtete, mindestens aber den verschollenen "dreizehnten Stamm" in ihnen sah.

Mit Philosemitismus hatte das nicht notwendig zu tun, wenngleich Oliver Cromwell den Jude die Rückkehr nach England erlaubte, aus dem sie seit 1290 durch Eduard I. vertrieben worden waren. Eine radikale Minderheit der Puritaner wollte sogar das Kultgesetz komplett übernehmen. Das war zwar nicht durchzusetzen, aber in jedem Fall hat sich das Nationalbewusstsein Albions immer an den Mustern ausgerichtet, die im Alten Testament vorgegeben waren, angefangen bei bei der Idee der eignen Auserwähltheit und endend bei dem Gedanken, dass das neue Zion nur in England errichtet werden könne.

Übrigens wurde Prinz Charles auf Wunsch seiner Eltern durch einen Mohel beschnitten, einen eigens dafür ausgebildeten Rabbiner, während Prinzessin Diana die Beschneidung ihrer Söhne verweigerte."



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