Sonntag, 8. Juli 2012

Bluttest: Zenralkomitee und Bischöfe trennen Welten

Zwei unterschiedliche Meldungen zum "Praena-Test", der zur Untersuchung von noch ungeborenen Kindern eingesetzt werden soll.

Ludwig Schick, Erzbischof von Bamberg (Quelle: kath.net) : 
"[...] „Eine Gesellschaft, die Menschen mit Behinderung ausgrenzt und sie mit allen Mitteln zu verhindern versucht, wird unmenschlich“, sagte Bischof Schick. Deshalb seien die Bluttests, die einerseits einen Unsicherheitsfaktor hätten und an deren Vereinbarkeit mit dem Grundgesetz berechtigte Zweifel bestünden, strikt abzulehnen. „Das dürfen wir nicht zulassen“, betonte Schick und forderte, die Diskussionen bald zu beenden. Denn dadurch würden sowohl behinderte Menschen als auch deren Eltern und Angehörige verunsichert. Zudem werde die Ablehnung in der Gesellschaft verstärkt. [...]"

Alois Glück, Präsident des Zentralkomitee der deutschen Katholiken (Quelle: domradio.de) :
"Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Alois Glück, hält ein Verbot der neuen Bluttests bei Schwangeren zur Diagnostik des Down-Syndroms für unrealistisch. Er könne sich nicht vorstellen, dass, nachdem die Fruchtwasseruntersuchung nicht verboten sei, ein im Vergleich dazu weniger risikoreiches Verfahren untersagt werden könne, sagte Glück der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" (Freitagsausgabe). Insgesamt sieht der ZdK-Präsident auf die Gesellschaft "moralische Fragen ungeheuren Ausmaßes" zukommen. Bei den neuen bioethischen Problemstellungen seien schwierigste Gratwanderungen zwischen neuen individuellen Heilungschancen und Gefährdungen des Lebensschutzes am Anfang und am Ende des menschlichen Daseins zu bewältigen, erklärte er. Es sei noch nicht absehbar, ob und wie die Menschheit ihr wachsendes Wissen auf dem Feld der Biotechnologie verkrafte. Glück plädierte für eine Gewissensschärfung in dem Sinne, dass jede Abschwächung des Lebensschutzes, jedes Abwägen zwischen lebenswertem und lebensunwertem Leben letztlich im Interesse aller Menschen verhindert wird. "Sonst geraten wir alle auf eine gefährliche Rutschbahn", warnte er. [...]"

Abgesehen davon, dass das Zentralkomitee wieder mal gewohnt bürokratisch daherkommt, finde ich die Forderung von Erzbischof Schick am zutreffendsten.


Der Titel "Fahndung nach Kindern mit Behinderung" [Quelle] beschreibt dazu am besten die Situation.


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