Donnerstag, 26. Juli 2012

NachbarLeaks. Oder Stammtisch XXL

Kleines Szenario zum Tagesgeschehen:

Meinem Nachbar wurden vertrauliche Dokumente aus seiner Wohnung über die Abrechnung von Reparaturen gestohlen und im Gemeindeblatt veröffentlicht. Kurze Zeit später findet er heraus, dass es sich um einen Bekannten handelte, gegen den er strafrechtlich Anzeige erhebt. So weit, so gut. Doch genannter Nachbar ist nicht gerade beliebt in seinem Viertel. Das ist doch einer dieser altmodischen Schrebergärtner, der hat doch vor Jahren mal diese grässlichen Gartenzwerge in seinem Garten gehabt - so einer lässt nicht mit sich reden. Also kein Wunder, dass einer seiner Bekannten den ersten Schritt getan hat und an die "Öffentlichkeit" ging, um dieses "Schweigen in der Nachbarschaft" aufzubrechen.
Doch ein Problem gibt es: Er hat sich noch nie wirklich etwas zu Schulden kommen lassen, eigentlich ist er auch ziemlich offen wie alle anderen in der Nachbarschaft. Kein Problem: "Er pocht tatsächlich noch auf eine nebulöse Privatsphäre, in der alles mögliche passieren kann. Hat denn nicht schon sein Vater in den 50ern seiner Frau nicht erlaubt, einem eigenständigen Beruf nachzugehen? Da sieht man mal, in dieser Geheimniskrämerei ist alles möglich, weil es auf Prestigeerhalt in unserem Viertel ausgeht. Sieht man doch schon an seinem Vorgarten, den er natürlich schöner als alle anderen haben will. Dass jetzt noch innerhalb seiner Familie und seines Bekanntenkreises intrigiert wird, ist eine natürliche Entwicklung dieses reaktionären Wohnens. Selbst bei den Renaissancefürsten wie den Medici und den Borgias hat man sich aus solchen Gründen gegenseitig fertig gemacht, wenn nicht sogar Mordanschläge verübt..."

Nur ein kleines ausgedachtes Szenario. Natürlich ist das nie wirklich passiert, obwohl es immer wieder mal welche in der Nachbarschaft gibt, die über andere Blödsinn verbreiten. Aber ein solcher Stil wie oben können sich eigentlich nur einige bekloppte Stammtischler (nichts gegen Stammtischler an sich) erlauben - oder größere Zeitungen. Die Zeit beispielsweise. Oder ProSieben mit einer gewissen amerikanischen Serie,deren Name ich hier nicht nennen will.


PS: Liebe "Zeit"-Redaktion, die "societas perfecta" bezieht sich auf die Gründung durch und die Ausrichtung auf Christus. Die Kirche als "Gesellschaft, die ihren Bestand aus sich selbst heraus garantiert" zu bezeichnen ist in diesem Sinne so unsinnig wie der Satz "Ein Geschöpf erschafft sich selbst", wenn der Bezug zum Schöpfer fehlt. Sich mal wirklich mit der Kirche beschäftigen statt nur einem Klischee hinterherzujagen würd ihnen sicher gut tun.

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