Donnerstag, 26. Juli 2012

Opus Dei: Dan Brown widerlegt - schon wieder

Zu den wohl unbeliebtesten katholischen Gruppierungen gehört schon seit längerem das Opus Dei. Genau, der Orden, der nach Dan Brown´s "Da Vinci Code" die aggressive Kampftruppe der Kirche sein soll und regelmäßig gegen Kirchenkritiker Mörder in Opus-Dei-Mönchsroben losschickt. Das lustige an der ganzen Sache: Das Opus Dei ist weder ein Orden (sondern eine Personalprälatur) noch schleichen deren Mitglieder mit Roben umher - weil sie so etwas einfach nicht haben. Auch der Vorwurf der Aggressivität lässt sich abbauen. Katholisches berichtet über eine historische Untersuchung zum Vorwurf, dass das Werk das Regime von General Franco unterstützt habe:


"[...] Zu jener Zeit [des spanischen Faschismus. Anm. des Bloggers] hatten zahlreiche Katholiken hohe institutionelle Ämter inne. Im Kreuzfeuer der Kritik durch Historiker und Politologen stehen allerdings meist nur die Angehörigen des Opus Dei und dies, obwohl gleichzeitig andere Opus-Dei-Mitglieder in der Opposition tätig waren. Das „Werk“ zog wegen der nach innen gerichteten Diskretion und dem ihm nachgesagten „Einfluß“ stets Kritik und neidvolle Blicke auf sich.
Der Aufsatz von Jaume Aurell wird in der nächsten Ausgabe von Studia et documenta erscheinen, die der wissenschaftlichen Erforschung der Geschichte des Opus Dei und dem Gründer des heiligen Josemaría Escrivá Balaguer gewidmet ist. Anhand bisher unveröffentlichter Dokumente rekonstruiert er, wie es zu einer „simplifizierenden Sicht“ sowohl des Opus Dei als auch seiner Mitglieder kommen konnte.
Der Unterschied zwischen der Wirklichkeit des Opus Dei und seinem öffentlichen Image in jenen Jahres entstand durch verschiedene falsche und widersprüchliche Wertungen, die zum Teil durchaus als „klerikaler Neid“ bezeichnet werden können. Einige Vertreter des spanischen Katholizismus stellten das Opus Dei in der Nachkriegszeit als „gefährliche Neuheit“ dar oder als Trägerin von „Häresien“, während wiederum andere es aus politischer Perspektive als „konservative Organisation“ mit dem Ziel ihre eigenen politischen und wirtschaftlichen Ziele zu verfolgen, präsentierten oder gar als „Ausdruck eines integralistischen Franchismo“ diskreditierten. [...]"

Ausschnitt aus dem Film "Glaube, Blut und Vaterland" ("There be Dragons")
Die besten Berichte zu diesem Thema gibt es im Archiv von Echo Romeo;-)

Kommentare:

  1. Opus Dei ist der Schrecken aller unserer Lieblinks-Blätter. Bei der SZ sind sie zur Zeit richtig zahm geworden, seitdem sie wissen, dass der Mr. Burke ein Opus Dei Mitglied ist.
    Die haben anscheinend echt Angst, dass da irgendwann mal ein "dunkler Mönch" in die Redaktion kommt und dem Herrn Prantl ein paar "peinliche Fragen" stellt.
    Auch beim ZDF "Frontal" gab's mal vor ein paar Jahren einen Bericht, wo eine Mutter ganz erschrocken berichtete, dass sie ihre 13-jährige Tochter kniend betend in ihrem Zimmer "aufgefunden" habe. Und daran sei der Opus Dei-Priester "schuld", bei dem sie Firmunterricht erhalte.

    Also lassen wir die Medienvertreter weiter gruseln.

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    1. Man vergleiche die Panik, als Woelki Kardinal wurde und von den Medien in Umlauf gebracht worden ist, er sei Mitglied beim Opus Dei, weil er an deren Universität studiert habe. Das war wirklich schon zum Wegwerfen komisch...

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  2. In Spanien herrschte nicht der Faschismus.

    Zwischen Mussolini, Franco, Hitler und den anderen autoritären Bewegungen des 20. Jahrhunderts gibt es erhebliche Unterschiede in Theorie und Praxis und man sollte das nicht in einen Topf werfen, wie es die Linke mit ihrem 'Antifaschismus' tut.

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    1. Vielen Dank für den Hinweis! So gesehen ist das eine blöde Angewohnheit von mir gewesen, da ja in "politischen Diskussionen" gerne zwischen Faschismus und Sozialismus/Kommunismus unterschieden wird, da sich beide (scheinbare Seiten) gegenseitig bekämpften. Dass beispielsweise Nationalsozialisten und Kommunisten sich gegenseitig ihre "sozialistische Gesinnung" absprachen und nur für sich selbst beanspruchten, ist heute eigentlich nahezu vergessen. Im Franquismus kam eine solche Diskussion nicht einmal zustande, weil da die Schwerpunkte aufgrund der gesellachstlichen Situation ganz anders gesetzt worden sind.

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