Dienstag, 10. Juli 2012

TheoBlog.de: Die Armut sühneloser Theologie

Der reformatorische Blog TheoBlog kritisiert einen Artikel auf Jesus.de, in dem behauptet wird: "Gott ist ungerecht - und das ist auch gut so." Eine kleine Kostprobe dieser Reihe:

"[...Wenn Gott stattdessen unser reuiges Herz erhört, wenn er uns die Schuld vergibt (im Angesicht dessen, dem wir geschadet haben), dann handelt er im Grunde ungerecht – aber er handelt erlösend! Gott gleicht nicht die Schuld aus, sondern er schließt Frieden. [...]"

Was es dann mit den Gerichtsdrohungen Jesu auf sich hat, wird leider nicht eingegangen. Zum Sühneopfer Jesu in einem solchen Zustand der "Ungerechtigkeit" heißt es:

"[...]Als Jesus vor zweitausend Jahren ans Kreuz von Golgatha geschlagen wurde, und er sich nicht wehrte gegen die Schläge, die Peitschenhiebe, die Spucke, den Tod als Unschuldiger am Verbrecher-Kreuz, als er nicht Legionen von Engeln herzu rief, seine Feinde zu vernichten; als der Sohn Gottes sich um unserer Schuld willen unter uns Menschen demütigte, da passierte genau dies: Gott schloss Frieden mit uns. Frieden, der nicht durch erneute Schuld infrage gestellt wird. Frieden, der stärker ist als Ungerechtigkeit. Gott verzichtete auf die ihm zustehende Gerechtigkeit. Er brach den Teufelskreis auf. Und besiegt damit das Böse. Jesu Tod ist Gottes Angebot des Friedens an die Menschheit. Eines Friedens, aus dem neue, dauerhafte Gerechtigkeit erwächst.[...]"

Okay. Hätte dann Gott das nicht einfach sein lassen mit der Kreuzigung seines Sohnes und einfach munter Generalabsolution verteilen können? Zurecht bezeichnet TheoBlog diese Aussagen als Armutszeugnis gegenüber der Schrift und unterstreicht die Bedeutung des Opfers Jesu, das im vorangegangenen Artikel einfach so unter den Teppich gekehrt wurde:

"[...]  „Geht es bei Gott etwa ungerecht zu? Gewiss nicht!“, schreibt Paulus in Römer 9,14. Um den Rechtsanspruch des von ihm selbst geoffenbarten Gesetzes erfüllen zu können, hat Gott seinen eigenen Sohn im Fleisch als „Sühnopfer“ gesandt (vgl. Rom 8,3). Die Strafe, die uns Sünder hätte treffen müssen, hat Jesus Christus am Kreuz getragen. Nur weil er die Glaubenden mit seiner Gerechtigkeit  schmückt, können sie vor Gott bestehen (vgl. Mt 22,1–14). „Den, der von keiner Sünde wusste, hat er für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm zur Gerechtigkeit Gottes würden“ (2Kor 5,21).[...]"

Dass viele moderne Theologen ein immenses Problem mit der Frage nach Gottes Gerechtigkeit und Barmherzigkeit haben, die sich besonders auf das Opferverständnis der Kirche und somit auch auf den Gottesdienst auswirkt, parodierte die Theatergruppe "The  Theater of the Word Inc." in der EWTN-Sendereihe "Chesterton - Apostle of Common Sense" herrlich:


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