Freitag, 17. August 2012

Der Europa-Park. Aus katholischer Sicht


In meinem letzten Posting habe ich ja schon über meinen Kurzurlaub in "Deutschlands größtem Freizeitpark" berichtet. Fotos habe ich natürlich dabei natürlich auch gemacht (oben: Nachbildung der Figur Karls V. vom Historischen Kaufhaus in Freiburg).
Besonders schön sind die vielen Nachbauten in dem nach europäischen Ländern aufgeteiltem Park. Was eigentlich als Ausstellungsfläche des Familienunternehmens Mack aus Waldkirch gedacht war, die sich von Schaustellerwagen auf Fahrgeschäfte für Freizeitparks nach amerikanischem Vorbild umstellten, entwickelte sich schnell zu einem Touristenmagnet im Südwesten Deutschlands. Der auch für Detailverliebte viel von den Besucherströmen verstecktes zu bieten hat. Wie dieser "russische Dorf", wo sich Schauwerkstätte befinden, bei denen man russischen Handwerkern bei der Arbeit zuschauen kann und über ihre Tätigkeit informiert wird. Es gibt dort eine kleine Glasbläserei, eine Schreinerei, eine Töpferei und auch ...

... eine Ikonenmalerei. Ob die allerdings für den liturgischen Gebrauch in der orthodoxen Kirche verwendbar sind, ist hier die andere Frage, da ja dort die Ikonen von Mönchen "geschrieben" werden, wie man immer wieder betont.

Den Werkstätten gegenüber befindet sich eine Art "Triumphbogen", der innen mit verschiedensten Darstellungen der russischen Geschichte ausgemalt ist.

Auch orthodoxe Kleriker sind detailliert abgebildet.

Wie dieser Bischof (rechts daneben eine Abbildung von Zar Iwan dem Schrecklichen) ...

... oder dieser Priester mit einem Mönch.

Abseits des Themenbereichs "Schweiz" findet man dieses aus Antiquitäten rekonstruierte Walliser Wegkreuz.

An dem Griff und der Kerzenhalterung ist eine ursprüngliche Verwendung des Bildes für Prozessionen erkennbar.

Neben der ursprünglichen Kapelle der Familie Böcklin von Böcklinsau (Fotos und Beschreibung hier) gibt es auch nachgebaute kleinere Kirchen. Wie zum Beispiel diese norwegische Stabkirche, die auch gerne für Hochzeiten angeboten wird.

Innen sieht sie unglaublich fantastisch aus, auch wenn sie ziemlich klein ist.

Hier einige Tafelgemälde, die man nach den historischen Originalen nachgemalt hat, wie diese Christusdarstellung ...

... oder dieses Marienbild. Man achte auch auf die womögliche Zuchttaube mit den Federn an dern Füßen.

Sehr angenehm in der eigentlich stockfinsteren Kirchlein waren die Lichtreflexionen des Goldes der Gemälde.

Da es sich bei den Stabkirchen um Mischungen aus umgedrehten Wikingerschiff und einfachem Bauernhaus handelte, mussten sich die Bauleute etwas tricksen, wenn sie auch noch ein Deckengemälde haben wollten...

Auch sehr schön ist die Kapelle im portugiesischen Hotel Santa Isabel außerhalb des Parks. Sie ist im Gedenken an die verstorbene Großmutter der Inhaberfamilie gebaut worden.

 Gleich in der Nähe befindet sich auch der Jakobsweg. 

Typisch portugiesisch: Der untere Teil der Kapelle ist mit bemalten Kacheln verkleidet, die das Leben des hl. Antonius von Padua darstellen. Im übrigen Hotel hat man diesen Stil ebenfalls übernommen, der entweder die Entdeckung von Amerika durch Christoph Kolumbus zeigt oder mit verschiedensten Barock- und Renaissanceornamenten verziert ist.

Das durfte ja bei einem Hotel im Stil einer Klosterherberge ja nicht fehlen: Ein Ministrantenbereich in der Herrentoilette.


Das lässt natürlich das Herz jedes Papst-Fans höher schlagen...

... Ein kleines Cafe im italienischen Themenbereich, das für Papst Benedikt umgewidmet worden ist.

Natürlich hat es einen hohen Vatikan-Faktor.

Dass ein Teil der neuen Holzachterbahn auf der Rückseite einer gotischen Kathedrale ähnelt, hat schon die Schweizer SonntagsZeitung bemerkt: "40 bis 50 Zimmerleute haben Wodan vor Ort aus lauter 6-Meter-Bauteilen zusammengebaut - wie im Mittelalter."

Für alle, die trotzdem Angst haben: Keine Sorge, die Achterbahn wurde natürlich gesegnet!

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