Samstag, 4. August 2012

Von "Nazis" und Terroristen bei den Olympischen Spielen

Über den Rauswurf von Nadja Drygalla habe ich gestern zufällig erfahren. Pro Spe Salutis hat bereits über das Affentheater berichtet, das nach einer Veröffentlichung auf einer Antifa-Seite ausgebrochen ist. Während also eine Woge der Entrüstung über Deutschland ging, stand ich wieder mal auf dem Schlauch und las im Karlsruher Europabad entspannt bei einem Glas Bier die "Jüdische Allgemeine", in der von einem ganz anderen Skandal berichtet wurde:

"Chuzpe kennt keine Grenzen. Dschibril Rajoub, der Präsident der Nationalen Olympischen Komitees Palästina und Chef des dortigen Fußballbundes, hat ein Dankeschönschreiben an Jaques Rogge geschickt, den Präsidenten des Internationalen Komitees. Sein Dank gilt Rogges Entscheidung, keine Schweigeminute für die Opfer des Münchner Olypiaattentats von 1972 zu erlauben. "Sport ist eine Brücke für die Liebe, die Vereinigung und Verbreitung von Frieden unter den Nationen", schreibt Rajoub. "Sport darf kein Grund sein für Trennung oder für Rassismus."
Als Rajoub jung war, agierte er als Terrorist gegen Israel und koordinierte die Angriffe anderer Terroristen. 20 Jahre lang saß er deswegen in einem israelischen Gefängnis. Ganz offensichtlich ein also ein Mann, dessen terroristische Brüder unsere Athleten in München ermordet haben. Heute verlangt dieser Mann, dass des Massakers nicht gedacht werden soll. Dieser Brief dokumentiert grausamen Zynismus - vor einem aktuellen politischen Hintergrund. Mehrere arabische Länder hatten gedroht, sie würden ihre Beteiligung an den Olympischen Spielen in London absagen, wenn es, wie die Angehörigen der Ermordeten forderten, eine Schweigeminute gegeben hätten. Der Belgier Rogge geriet, wie sein Vorgänger Juan Antonio Samaranch, in Panik und kapitulierte vor dieser Drohung. [...]
Aber Jacques Rogge, ein Arzt, scheint ein weiser und vernünftiger Mann zu sein. Seine Entscheidung, eine Schweigeminute zu verhindern, ist sehr enttäuschend. Als intelligenter Mensch sollte er wissen, dass die Boykottdrohungen nie ernst gemeint waren. Kein arabisches Land hätte je seine Teilnahme an den Spielen abgesagt. Die Palästinensische Autonomiebehörde schon gar nicht. Deren einziges Ziel war es doch, in London die palästinensische Flagge zu sehen. Das ist ja auch geschehen. Nebenbei gesagt, der Palästinensische Fahnenträger war der Judoka Abu Rmeileh, der in Ost-Jerusalem lebt und einen israelischen Pass besitzt."
("Weltrekord in Dreistigkeit" von Noah Klieger)

Warum gab es da bei uns keinen entrüsteten Aufschrei? Weil die Palästinenser ja so lieb sind (egal wie viele Raketen sie nach Israel schicken und Mordanschläge verüben) und die Deutschen genuin zum Bösen geneigt. In der Fachsprache nennt man so etwas übrigens Chauvinismus...

1 Kommentar:

  1. Ohne mich in dieser Frage völlig auf die Seite Israels schlagen zu wollen (keine der Seiten scheint sich in diesem Konflikt mit Ruhm zu bekleckern) ... aber was soll an einer solchen Schweigeminute "rassistisch" oder trennend sein? Es sind offenbar immer dieselben Sturmgeschütze, die man allerorten mit den immer selben Worthülsen munitioniert ...

    Wenn Rajoub von Liebe und Frieden schwadroniert, dann sollte man eine Minute aushalten (oder noch besser: sich zu Herzen nehmen) können.

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