Mittwoch, 12. September 2012

"Ars memorandi notabilis per figuras evangelistarum"

Ein bekanntes Verfahren, sich Geschichten und Zusammenhänge zu merken, ist, sich eine Geschichte oder ein Bild dazu auszudenken. Schöne Beispiele dafür gibt es aus dem ausgehenden Mittelalter, als zunehmend Bücher darüber verfasst wurden, wie dieses schöne Beispiel aus Böhmen (1465):


Ein ähnliches Beispiel stellt das Blockbuch "Ars memorandi notabilis per figuras evangelistarum" aus dem Jahr 1470/75, das für angehende Theologen bestimmt war, um sich den Inhalt der Evangelienkapitel besser zu merken. Als Strukturmuster dienen die Symboltiere der Evangelisten, hinzugefügt wurden an bildlich passenden Stellen nummerierte Symbole für entsprechende Kapitel.




Wie erfolgreich diese Buch war, zeigen verfeinerte Neuauflagen, die dreißig Jahre später entstanden , wie diese hier:



Falls sich jemand an Tarot-Spielkarten erinnert fühlt, kann man an dieser Stelle noch erwähnen, dass der elsässische Franziskaner und Dichter Thomas Murner ein Kartenspiel zum Trainieren des Gedächnisses entwickelt hat, das damit Ähnlichkeit gehabt haben soll.

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