Dienstag, 9. Oktober 2012

"Namen passen oft zur Sache"

Bin mal neugierig gewesen, wie die "Neo-Humanisten" auf die Meldung von medizinischen Erfolg mit adulten Stammzellen reagieren. Leider keine Meldung darüber gefunden, dafür aber eine Reaktion auf die Beschuldigung, die Giordano-Bruno-Stiftung sei genauso antisemitisch eingestellt wie ihr Namenspatron.

Mal abgesehen davon, dass die Wut-Humanisten öfters mal übers Ziel hinausschießen ohne es wahrscheinlich selbst zu merken und sie in der Beschneidungsdebatte ein neues Steckenpferd für ihre allgemeine Religionskritik gefunden haben, muss ich da Michael Schmidt-Salomon zustimmen, dass man in diesem Fall den Namensgeber nicht mit der nach ihm benannten Stiftung gleichsetzen kann (egal wie hilflos Schmidt-Salomon versucht, das Image von Giordano Bruno zu retten).

Andererseits verwundert es dennoch, dass man sich nicht wirklich mit dem Namenspatron dieser "Freidenker" auseinandergesetzt hat. Vor allem wird er als "Märtyrer der Geistesfreiheit" dargestellt, Aussagen wie "Aufklärung ist ein Ärgernis" (Karlheinz Deschner, nach dem die GBS sogar einen Preis benannt hat) verraten, dass man sich in der Opferrolle gefällt, vor allem wenn man recht hat und wie Bruno trotz (metaphorischer) Ketzerverbrennung im Geiste Gewinner bleibt. Dass er ein unerträglich cholerischer Wichtigtuer war, der so viele Universitäten zwischen Rom und London aus dem Grund besucht hat, weil er aus ihnen gleich wieder hinausgeworfen worden ist, weil er gerne mal kritische Kollegen beleidigt hat oder als Plagiator entlarvt worden ist, wird nicht gerne erwähnt. Sogar die Stadt Tübingen soll ihn dafür bezahlt haben, dass er bloß woanders hingeht.
Einen hervorragenden Artikel darüber hat das Vatican-Magazin abgedruckt und in das pdf-Archiv gestellt.

Warum gerade den Titel "Namen passen oft zur Sache" für dieses Posting über die GBS? Abgesehen davon, dass dieses Zitat vom Astronom Tycho Brahe übernommen worden ist, als er feststellte, dass Giordano Bruno irgendwie keine richtige Ahnung von Wissenschaft gehabt hat: Ein Tor, wer jetzt böses denkt...

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