Sonntag, 21. Oktober 2012

Noch mehr Brünnen: Der Siegfriedsbrunnen in Odenheim

Nachtrag zum Posting über die Villa d´Este in Tivoli: Letzte Woche machte ich ein paar Fotos vom angeblichen Siegfriedsbrunnen in Odenheim bei Östringen, das bei mir in der Nähe liegt.


Den Beweis soll eine Passage aus der Handschrift C liefern, die heute in der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe aufbewahrt wird:

Von demselben Brunnen, da Siegfried ward erschlagen
sollt ihr die rechte Kunde von mir hören sagen:
Vor dem Odenwalde ein Dorf liegt, Otenheim.
Dort fließet noch der Brunnen, daran kann kein Zweifel sein.
(1013,1-4)


Angeblich soll ein Mönch aus dem ehemaligen Benediktinerkloster Odenheim diese Zeilen verfasst haben. Sicher ist jedoch, dass schon vor der Befestigung die Quelle im Wald bekannt war. 1932 entstand der heutige Brunnen auf Wunsch von Sigmund Odenheimer, einem heimatverbundenen jüdischen Auswanderer, der als Fabrikleiter in New Orleans reich wurde und den Bau finanziell unterstütze. Was wahrscheinlich von den Nazis vor Ort nicht weiter beachtet wurde, als sie ein Jahr später damit begannen, jüdische Mitbürger als Verräter darzustellen und sich selbst mit Helden wie Siegfried zu vergleichen, was im Ausland größtenteils auf Befremden stieß.


Heute ist der Siegfriedsbrunnen das Touristenziel in Odenheim schlechthin, es ist sehr leicht mit dem Auto zu erreichen, da sich gleich bei der Quelle ein Parkplatz befindet.


Genauso fantastisch wie die legendäre Quelle erweist sich auch der Wald selbst, in dem sie sich befindet, der sich als ungewohnt hügelig für diese Gegend herausstellt und von verworrenen Pfaden durchzogen ist.





An manchen Stellen ist es tatsächlich schon ein wenig unheimlich. Als würde Hagen gleich hinter einem lauern...


Also nicht zu tief zum Brunnen hinunterbeugen! ;-)


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