Sonntag, 18. November 2012

Angriff auf die "Party-Stadt"

Bellfrell beobachtete schon anhand der Berichte der Bloggerin Lila eine einseitigen deutschen Berichterstattung über den Konflikt zwischen Palästinensern und Israel, der diese Woche durch die Raketenangriffe aus Gaza wieder aufgeflammt ist. Die Bösen sind dabei wieder mal die Israelis - weil sie zurückschießen, was man auch in den Nachrichten hört, die der israelischen Armee die Schuld  für den Schlagabtausch geben, wenn es wie selbstverständlich heißt, dass der Schlagabtausch durch einen Gegenschlag ausgelöst worden sei.

Dass aus Gaza schon seit Wochen Raketen nach Israel gefeuert werden, wird dabei gerne verschwiegen. Im Fokus stehen besonders die Palästinenser, auf deren Seite bisher die meisten Opfer zu beklagen sind. Aus einem guten Grund: Während die Hamas massenweise Waffen bunkert und weiterhin munter mit Raketen feuert, fehlt es gänzlich an Schutzräumen für die Zivilbevölkerung, die sie damit in Gefahr gebracht hat. Der Hamas scheint das egal zu sein. Hat man halt, wenn es wieder welche trifft, ein paar neue "Märtyrer", mit denen man die Volkswut auf die Israelis wieder mal schön aufpushen kann. Für ein "Ghetto" mit Freizeitpark ist ein bisschen Selbstbestätigung eben sehr wichtig.

Dagegen müssen sich die Nachbarn in Erez Israel ordentlich was von der anderen Seite gefallen lassen. Dass es in Tel Aviv Kneipen und daher auch Parties gibt, veranlasste vorgestern in den ARD-Nachrichten dazu, einen Kontrast zwischen dem scheinbar zuvor sorglosen Leben der Israelis und den jetzigen Angriffen aufzubauen, wenn man in der Berichterstattung Bilder von leeren Gaststätten zeigt. Als Stilmittel für einen Bericht, der durch Dramaturgie um Aufmerksamkeit buhlt, eigentlich typisch. Wenn dann aber am Ende die Situation der dortigen Bevölkerung damit bagatellisiert wird, grenzt das eigentlich schon an Zynismus:

"Für die Meschen im Gaza-Steifen wird es eine unsichere Nacht - für die Menschen in der Party-Stadt (!) Tel Aviv auch."


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