Montag, 5. November 2012

James Bond und das "Priesterloch"

Gestern Abend war ich im neuen James Bond-Film "Skyfall". Bereits der Osservatore Romano hat sich dem Thema 007 gewidmet, wenn es beispielsweise um seine Aussage geht, sein Hobby sei "Auferstehung" oder dass er zum ersten Mal seit 50 Jahren geweint hat, was diesen Streifen wesentlich menschlicher als seine Vorgänger mache (und nicht nur wegen dieser kurzen Szene). Was mich überrascht hat, war der kurze geschichtlicher Ausflug in die Zeit der britischen Katholikenverfolgung. Denn im Geburtshaus von Bond befindet sich eine geheime Tür in der Kapelle, die in ein sogenanntes "Priesterloch" ("priest hole") führt. In dem Film hat man mit dem Versteck, in das sich Priester mitsamt ihrer Gerätschaften verflüchtigen konnten, ein wenig übertrieben. Aus einer kleinen Kammer hat man gleich einen ganzen Geheimgang gemacht. Historisch gesehen hatte man deutlich weniger Zeit und Mühe gehabt, um nicht aufzufallen und so das Versteckt schon vor der Fertigstellung zu verraten. Denn auf die Feier der Messe stand zur Zeit von Königin Elisabeth I. die Todesstrafe. Nach dem Film habe ich dann zu dem Thema ein wenig rumgegoogelt, um mal nachzuschauen, wie so etwas genau aussehen soll. Viele Herrenhäuser haben die "priest holes" heute immer noch als kleine Touristenattraktion.

Da wären zunächst die Klassiker: Falltüre ...

... und eine doppelte Wand hinter der Vertäfelung [Quelle].

Dann gibt es noch die ehemaligen Kaminschächte, ...


... und die Zwischenräume über der Tür [Quelle]

Sogar hinter scheinbar harmlosen Holzbalken...

... verbergen sich geheime Fluchträume [Quelle].

Und trotz ihres Alters funktionieren sie noch hervorragend!


1 Kommentar:

  1. Ich hab's gewusst: Bond bildet. Schon bald könnten die Priesterlöcher wieder Wirklichkeit werden.

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