Samstag, 3. November 2012

"Wer´s glaubt wird selig!" Christkönigstreffen 2012

Letztes Wochenende nahm ich auf Einladung von Pater Michael Ramm FSSP am diesjährigrn Christkönigstreffen in St. Pelagiberg in der Schweiz teil. Das Treffen drehte sich um das Motto "Wer´s glaubt wird selig!" passend zum Jahr des Glaubens.
Geladen war unter anderem Bernhard Müller, der Chefredakteur der Monatszeitschrift "PUR-Magazin", der einen Vortrag über Kirche und den Glauben in den Medien hielt. Er ging der Frage nach, weshalb genuin katholische Medien nicht mehr in den Zeitschriftenläden vertreten wären, obwohl doch die deutschen Bischöfe Millionen für die Medienarbeit investiert hätten.
Zunächst einmal wären da die Journalisten selbst, die scheinbar aus Furcht oder Anpassung katholische Themen nicht weiter behandeln, wie sie es sollten, um die Öffentlichkeit über Kirche und Glaube zu informieren. Dem Paradoxon des Glaubenden, der einerseits von der breiten Öffentlichkeit wie sein gekreuzigter Herr verachtet wird, andererseits aber einen unglaublichen Schatz für andere heben kann, der nur so vor Lebendigkeit strotzt, wird eigentlich immer ausgewichen. Dagegen wären Anpassung an die Masse und Kritik am eigenen Glauben angesagt. Wie zum Beispiel Dauerkritik am Papst, dem Zölibat und der Forderung nach dem Frauenpriestertum. Oder wieder mal das Hochpushen von Dauernörgler Hans Küng. Der Rest eines durchschnittlichen Journalisten einer Kirchenzeitschrift würde sich in Berichten über diverse Jubiläen, Vereinsberichten und Sozialreportagen verlieren, die die Bedürfnisse des Leser nicht wirklich ansprechen.
Wirklich auffällige Journalisten wie Matthias Mattussek findet man seltsamerweise in eher kirchenfeindlichen Zeitschriften wie dem "SPIEGEL", der letztes Jahr vor allem durch sein Buch "Das katholische Abenteuer - Eine Provokation" auf die Bestsellerlisten kam. Das kann natürlich ein Ansporn für andere Journalisten sein, nicht nur wegen seiner lebendigen Darstellung von Glaube und Kirche, sondern auch, weil er die menschliche Sehnsucht nach Höherem anspricht. Journalisten sollen tatsächlich den Leser durch ihre Arbeit Höherem zuführen, statt sie mit Skandalmeldungen und zynischen Kommenatren zuzuschütten, sie sollen "Mutmacher statt Panikmacher" (Peter Hahne) sein. Wie das aussehen würde, stellte Müller auch bildhaft schön dar: "Würde Paulus heute leben, wäre er ein Journalist und würde versuchen, seine Kollegen eifersüchtig zu machen."
Das Problem ist jedoch, dass erst eine "Mission der Journalisten" nötig sei, dass also die Kirche selbst den Anfang machen muss. Viele Schriftsteller haben Sehnsüchte. Dass die Kirche in einer entwurzelten Gesellschaft wie der unsrigen nicht ihren Glaubensschatz und ihren Erfahrungsreichtum anbietet, sei eigentlich ein Skandal. Ein weiteres Problem sei zudem, dass man in den Redaktionen der Kirchenzeitungen keine vermeintlichen "Hardliner" einstellen will. Dagegen sind eher Leute mit "neuen Ideen" angesagt, die sich jedoch nicht mit den Bedürfnissen einer neuen Generation von Jugendlichen auskennen, die sich unter anderem "weniger Firlefanz in der Messe" wünschen, also gerne zu den Wurzeln zurückkehren wollen. Direkt für den Laien empfahl Bernhard Müller, selbst Informationen unter Bekannte und das Volk zu bringen und auch Leserbriefe zu schreiben. Nicht nur negativ kritische, sondern auch positive mit einem Lob an den Journalisten, um ihn zu weiterer Arbeit zu ermutigen.
Den zweiten Vortrag hielt Pater Dieter Biffart FSSP über das Thema "Glauben". Zunächst einmal ging er auf die Bedeutung des Begriffes "Glauben" ein, der in der Öffentlichkeit meist als ein "Nicht-sicher-Wissen" und damit als Gegenteil des empirisch wissenschaftlichen Wissens steht, das eigentlich ein höheres Ansehen geniest. Dem gegenüber wies Pater Biffart nach, dass das "empirische Wissen", das weitergegebene wird und weitergegeben werden muss, genauer betrachtet auch nicht auf sicheren Beinen steht. Denn wer weiß schon, ob es Kaiser Nero wirklich gegeben hat oder es die Antarktis auch wirklich gibt, nur weil er so in den Schulbüchern steht, man selbst es aber nie überprüfen konnte? (Aus dem gleichen Grund wird übrigens schon seit längerem die historische Existenz Karls des Großen bestritten.)
Tatsächlich ist der Glaube kein "Gefühlsglaube" ("Ich glaube daran, weil es mir gut tut.") wie es gerne in den öffentlichen Medien heutzutage dargestellt wird, sondern ein lebendiges Führwahrhalten einer Person, die alles ins Leben gerufen hat und aus der sich auch der Sinn und die Moral im Leben des Menschen ableiten. Und dieser Glaube fordert nicht nur ein Fürwahrhalten dieser Person und ein entsprechende private Lebenseinstellung, sondern auch, dass man anderen davon erzählt, dass man den Glauben auch in den eigenen Werken in die Welt hinein trägt. Wenn man beispielsweise eine Freundin bzw. einen Freund hat, den oder die man sehr liebt, kann man doch nicht einfach so seine Gedanken an diese Person wie mit einen Lichtschalter ausschalten, nur weil man sich gerade unter unter Junggesellen befindet, wie es beispielsweise viele "Liberale" gerne sehen würden, die der Ansicht sind, solche "Dinge" sollte man ruhig wie ein Hobby in seiner Freizeit ausleben. Denn gerade weil Gott so fundamental für das eigene Leben ist, drängt er dazu, dass noch anderen davon erzählt und ein lebendiger Glaube vorgelebt wird.
Den letzte Beitrag zu diesem Treffen hielt Pater Michael Ramm FSSP persönlich. Er behandelte den Zusammenhang zwischen Sünde und Glaubensabfall. Demnach sei der erste sichere Schritt nach Augustinus die Unsittlichkeit als Grad der Aufgabe des Glaubens. Denn der Mensch hat oft das Bedürfnis, nur das glauben zu wollen, was er sich wünscht. Wenn also der Glaube der persönlichen Ausrichtung widerspricht, wird einiges entfernt, dass es wieder für einen akzeptabel wird. Von Glauben natürlich, nicht von seiner eigenen Sündhaftigkeit. Obwohl es doch immer die eigene Unsittlichkeit ist, die dem Glauben, also dem Festhalten an einem gemeinsamen Leben mit Gott, widerspricht. Für viele hört sich das vielleicht banal an, einige wollen hinter dieser Aussage vielleicht eine Verteufelung von "unbedeutendem Fehlverhalten" sehen. Doch tatsächlich gibt es in der Geschichte dafür immer wieder Bestätigungen, bestes Beispiel dafür könnte Heinrich VIII. sein, eine längere Entwicklung von einem gemeinsamen Glauben bis zu einer hedonistischen Vereinzelung hat Jeff B. Harris festgestellt.
Was soll man also angesichts solcher Tendenzen tun? Zunächst einmal sollte man in der Position des Glaubens bleiben. Die Kirche soll sich nicht an die Unsitte des Welt anpassen, sondern jeder einzelne Gläubige soll sich nach dem Herzen Jesu, des neuen Adam (vgl. Röm 5,12-21), gestalten lassen. Blaise Pascal empfiehlt im Falle einer Versuchung eine sofortige Ablehnung: "Wirf die Sünde von dir und morgen wirst du wieder gläubig sein." Denn man darf in solchen Fällen nie vergessen: "Fallen ist nicht schlimm. Nur das Liegenbleiben."

Neben diesen Vorträgen wurde jeden Tag die Messe im überlieferten Ritus gehalten, es fanden Anbetungen statt, an der am Sonntag auch Wolfgang Haas, Erzbischof von Vaduz, teil, der am Sonntag das Pontifikalamt hielt. Nach gemütlichem Beisammensein und dem Theaterstück "Wie viel Erde braucht der Mensch" von Leo Tolstoi (Bearbeitet von Pater Bernward Deneke FSSP) wurde das Treffen mit einer weiteren Anbetung und der "Weihe an Christus des König" abgeschlossen.

P.S.: Er hat übrigens auf dem Pelagiberg viel geregnet und anschließend so viel geschneit, dass die Autos erst schneefrei gemacht werden mussten. Also ideales "Drin-Bleib-Wetter" ;-)

Kommentare:

  1. Bist Du in St. Albert oder kennst Du Pater anderswo her?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. In St. Albert bin ich leider noch nicht gewesen. Pater Ramm habe ich durch eine telephonische Anfrage kennengelernt, der Rest ergab sich dann von selbst, als er mich zum Abendessen nach der Messe im Hildegardisheim eingeladen hat. Dort hat er mich auch persönlich zum Treffen eingeladen.

      Apropos: Ich habe mitbekommen, dass St. Albert für die tridentinische Messe bald leider nicht mehr zur Verfügung stehen soll, das Gleiche wird für das Hildegardisheim vermutet. Wie es dann weitergehen soll, ist, soweit ich weiß, leider nicht bekannt.

      Löschen
  2. Seit Februar ist es fast sicher, dass St. Albert verkauft wird, eine Lösung steht für die Petrusbruderschaft bisher "in den Sternen".
    Im Oktober ist der Mietvertrag für das Hilegardisheim zu 02. 2013 gekündigt worden.
    Ich habe keine Ahnung, wie es weitergeht.

    AntwortenLöschen