Samstag, 29. März 2014

Rom ist jetzt ebenfalls limburgisiert

Limburg ist überall. Das hat auch Thomas Migge, Rom-Korrespondent für die Badischen Neusten Nachrichten (BNN) festgestellt.

"[...]Der römische Kassationshof, das höchste Gericht der ordentlichen Gerichtbarkeit Italiens, entschied vor wenigen Tagen, dass der Vatikan für seine Müllentsorgung [durch die AMA] zahlen muss. Die Richter entschieden ebenfalls, dass der Kirchenstaat auch für jene Jahre nachzuzahlen hat, in denen er von der Überweisung enthoben war.[...]" 

An dieser Stelle darf man dreimal raten, wer sich darüber am meisten freut:

""Ein schwerer Schlag für den Kirchenstaat", lästert Marco Panella, Ehrenpräsident der antikirchlichen Partei der Radikalen, "denn im Staat des Papstes ist man ja daran gewöhnt, keine Steuern an Italien zahlen zu müssen." Auch die Kommunisten und viele Sozialdemokraten aus der Partei des linken Kirchgängers und Regierungschefs Matteo Renzi begrüßen das Urteil des Kassationshofes. Betroffen von dem Urteil ist nicht nur die Müllentsorgung des Kirchenstaates. Betroffen sind auch die Abfälle von 25 extraterritorialen Immobilien des vatikans, die sich auf römischen Stadtgebiet befinden. [...]

[...] "Da kommt eine große Menge Geld zusammen", schreibt die linke Tageszeitung "Il Manifesto", und "l´Avvenire", die Zeitung der italienischen Bischofskonferenz befürchtet, dass "das ein ganzer Batzen Geld für die Kirche werden wird". Die Rede ist von vielen Millionen Euro, die in die chronisch leeren Kassen der AMA, und somit der Stadtverwaltung fließen werden.
Allein die päpstliche Hochschule Gregoriana, die bekannteste aller Papstuniversitäten in Rom, steht bei der AMA mit knapp 556.000 Euro in der Kreide. Um wie viel Geld es im Ganzen geht, ist unklar. [...]"

Wer auf "die Droge Empörung" abfährt, kommt damit voll auf seine Kosten. Vor allem, weil die EU als Nächster an der Pforte des Vatikans klopft:

[...] In Sachen Müll wird der Kirchenstaat jetzt wie jede andere in Rom ansässige Institution behandelt. In Sachen Grundbesitzabgaben noch längst nicht. Die EU droht deshalb der italienischen Regierung mit einem Verfahren, sollte sie nicht so schnell wie möglich auch diese Steuern beim Vatikan einkassieren.


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