Donnerstag, 10. April 2014

R.I.P. Karlheinz Deschner


Vorgestern verstarb im fränkischen Haßfurt einer der wahrscheinlich aggressivsten und hasserfülltesten Kirchenkritiker des deutschen Sprachraums: Karlheinz Deschner.

Vor einem Jahr beendete er seine Kriminalgeschichte des Christentums. Er war Mitglied bei der atheistischen Giordano-Bruno-Stiftung, die noch zu seinen Lebzeiten eine Preis nach ihm benannt hat, mit dem auch Richard Dawkins ausgezeichnet wurde.

Kritiker warfen ihm neben unsachlicher und übertriebener Polemik in seinen Werken auch Verdrehungen und Verfälschungen der geschichtlichen und gesellschaftlichen Zusammenhänge vor, um das Christentum öffentlich und auf (pseudo-)wissenschaftliche Weise zu diffamieren. Auslöser könnte die kirchliche Reaktion auf die Ehe mit einer geschiedenen Frau gewesen sein, die er nie ganz verarbeiten konnte und sich trotz seines früheren Interesses am katholischen Priesteramt immer weiter in einen persönlichen Hass gegen Religion und das Christentum, allen voran die katholische Kirche, gesteigert hat.

Möge Gott seiner Seele gnädig sein.

Kommentare:

  1. Ich glaube ich muß mich korrigieren oder zumindest die Aussage relativieren. Gerade lese ich einen Aufsatz von Sigmund Freud („Zeitgemäßes über Krieg und Tod“) und darin ist zu lesen:

    »…Dem Ver­stor­be­nen selbst brin­gen wir ein be­son­de­res Ver­hal­ten ent­ge­gen, fast wie eine Be­wun­de­rung für einen, der et­was sehr Schwie­ri­ges zu­stan­de ge­bracht hat. Wir stel­len die Kri­tik ge­gen ihn ein, se­hen ihm sein et­wai­ges Un­recht nach, ge­ben den Be­fehl aus: De mor­tu­is nil nisi bene, und fin­den es ge­recht­fer­tigt, daß man ihm in der Lei­chen­re­de und auf dem Grab­stein das Vor­teil­haf­tes­te nach­rühmt. Die Rück­sicht auf den To­ten, de­ren er doch nicht mehr be­darf, steht uns über der Wahr­heit, den meis­ten von uns ge­wiß auch über der Rück­sicht für den Le­ben­den…«

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    1. Das mit dem "bene" haben schon die vom Humanistischen Pressedienst - der höchstwahrscheinlich beim Tod von Benedikt XVI. mit Freude auf dessen Grab tanzen würde - getan ( http://www.giordano-bruno-stiftung.de/meldung/ein-juwel-aufklaerung ) und wie immer ziemlich dick aufgetragen, wobei ich mich selbst noch in Grenzen halte angesichts dessen, was Deschner als "Aufklärung" von sich gegeben und damit eine ganze Generation geistig vergiftet hat. Als "Kritiker", der sich jedes Mal auf Neue selbst inszeniert und als Opfer dargestellt hat. Und doch letztendlich eine tragische Gestalt geblieben ist.

      Anders kann ich das nicht bezeichnen ohne zu lügen und Nachgeborene damit in die Irre zu führen.

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