Donnerstag, 17. April 2014

"Will the Circle be Unbroken?"

"Was Gott in der Beichte tut, ist mehr als eine Welt erschaffen."
Hl. Pfarrer von Ars

Im bereits erwähnten Spiel "Bioshock Infinite" wird in der Story mit einem Gedanken gespielt, den sich sicher schon viele Sci-Fi-Fans durch den Kopf gehen ließen: Wenn man schon nicht die Zeit zurückdrehen kann, wenn man mal was so richtig vergeigt hat, warum dann nicht einfach die Dimension wechseln und in einem Alternativ-Universum weitermachen? Man beginnt ein neues Leben, lässt alles hinter sich, macht gerade so weiter wie bisher - nur mit anderen Umweltbedingungen.

Selbst wer weder das Spiel durchgespielt hat (habe es bei einer ausgeliehenen Version nicht über den Endkampf geschafft) noch die Story ansatzweise kennt, kann schon erraten, wie das - realistisch gesehen - weitergeht: Man macht weiter wie bisher, lässt sich auf scheinbar sicherer Wagnisse ein und fängt damit schon wieder von vorne an, bzw. beschleunigt damit gerade eine weitere Verstrickung in Schuld. Dazu nennt Kevin O´Brien auf seinem Blog Waiting for Godot to Leave neben einer ähnlichen Geschichte aus dem 2. Buch Samuel ein altbekanntes Symbol: Den Ouroboros, die sich selbst verschlingende und zugleich selbst ernährende Schlange, die aus diesem regelrechten "Teufelskreis" nicht mehr ausbrechen kann (man achte auch auf das im Spiel viel zitierte Lied Will the Circle be Unbroken).
Wie sehr man es auch nach heutigen modernen Methoden versucht: Neudefinierung durch Besitz, Ansehen und Einfluss oder gleich durch neue Staats- und Gesellschaftsformen - oder durch die irrige Neudefinierung des Eigenen Geschlechts, das sogar in Schulen unter dem Begriff "Gender" staatlich gefördert werden soll. Man kommt in diesen Dingen nicht wirklich weiter, man verschlimmert sogar alles, wenn man Angst und Schuld damit zu verbergen sucht.

Dagegen lässt sich ein anderes legendarisches Motiv stellen: Der Gordische Knoten. Ein König hat einen unlösbaren Knoten gemacht, an dem jeder, der sich auf ein Loslösen innerhalb dieses Knotens einließ, gescheitert ist. Dann kam eines Tages Alexander der Große in das Königreich und wurde vor die selbe Aufgabe gestellt. Im Gegensatz zu den anderen sucht er die Lösung außerhalb des Knotens. In einer Version heißt es, er habe diesen mit seinem Schwert zerschlagen. In einer anderen, er hätte einen Deichselnagel an der Stelle herausgezogen, an der sich der Knoten befand.

Auch in anderen Kulturen ist dieses Motiv des immer weiter führenden Knotens bekannt: Bei den Hindus ist es das sich ewig um sich selbst drehende Rad der Wiedergeburt, das bei ihnen - im Gegensatz zur westlichen weichgespülten Esoterik - einen regelrechten Horror der Unentrinnbarkeit darstellt. Ebenfalls in Japan ist es trotz gelassenerer Sicht ebenso ein verborgenes Grauen: Man lebte und lebte doch nicht, man wird leben und doch ewig nicht leben, egal wie viele Mühen man sich gibt. Im Buddhismus gibt es dazu nur eine Alternative: Das Nirwana, das "Verlöschen des Sichselbst" bedeutet. Also praktisch existenzieller Selbstmord.

Eine andere - mehr lebensbejahende und lebenserhaltende - Version hielten die Philosophen des antiken Griechenlands in der Hand. Ihnen war trotz philosophischer Schulen und Ideen bewusst, dass eine totale Sicht der Wirklichkeit und auch der Schuld nur von Außerhalb dieses Kreisels stammen kann. Nach Platon konnte nur einer, der mit göttlicher Weisheit erfüllt war, die rechte Lehre bringen. In der Orestie des Aischylos ist es am Ende ein Gott, der Orest von den Wirrnissen seiner Schuld befreit.

Und letztendlich ist es Jerusalem, in der dies erfüllt wurde.
Platons göttlicher Lehrer bestätigte das, was als gut befunden wurde und das, was als schlecht erachtet wurde und vervollkommnete beides zum vollen Heil der Menschen. Nach Thomas von Aquin müssten wir heute noch rätseln, ob es beides überhaupt gäbe - worin der eigentliche Rückfall vieler moderner säkularer und "humanistischer" Gruppierungen und Philosophien besteht.

Orests göttlicher Erlöser hat ihn letztendlich erlöst. Nicht durch einen Richterspruch, sondern durch einen vollkommenen Ausgleich aus vollkommener Barmherzigkeit. Wie ihn nur der vollkommene Schöpfer der Welt im Geheimnis der allerheiligsten Dreifaltigkeit geben kann. Und auch anderen Menschen diese vollkommene Barmherzigkeit schenken will.

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