Samstag, 10. Mai 2014

Hipster-Satanisten



Nach der Geschichte mit dem satanischen Gartenzwerg der Satansfigur, die man vor dem Parlament in Oklahoma aufstellen will, kommt nun der nächste Presse-Coup: Die Mitglieder des Satanic Temple wollen an der Harvard-Universität eine schwarze Messe feiern und dabei eine konsekrierte Hostie schänden. (Ob die Universitätsleitung an dieser Stelle auch Anhängern von Aztekischen Kulten erlauben würde, einem Menschen bei lebendigem Leibe das Herz herauszuschneiden, müsste offen bleiben. Würde aber in diesem Sinne ebenfalls theoretisch als "Religionsfreiheit" durchgehen.)

Auffallend bei der ganzen Sache ist - wie schon auf Katholisches.info bemerkt wurde - die offene Provokation, mit der hier gearbeitet wird. Bei der Sache mit der Schwarzen Messe werden die Themen "Religionsfreiheit" bzw. "Meinungsfreiheit" ausgereizt bis zum Gehtnichtmehr. Bei dem Parlament von Oklahoma bot der Abgeordnete Mike Ritze an, das Zehn Gebote-Denkmal, das er davor aufstellen ließ, zurückzunehmen, wenn damit das Aufstellen einer solchen Figur verhindert werden kann. Was wahrscheinlich auch einkalkuliert wurde.

Thomas L. McDonald ging in einem Posting auf seinem Blog eigentlich schon genauer darauf ein: Diese "Satanisten" glauben weder an Gott noch an den Teufel, es ist auch anzunehmen, dass sie nicht einmal an die Realpräsenz glauben. Aber dadurch, dass sie ihre Freiheiten auf die vollkommendste (ständig ironisierende) Weise ausnutzen, gehen sie nicht nur anderen auf die Nerven, indem sie ihnen ihren (scheinbar) ernstgenommenen Glauben unter die Nase reiben, sondern proklamieren anderen ein vollkommen perverses Bild von dieser Freiheit.

See, they may not believe in Satan, but Satan believes in them, and he knows Useful Idiots when he sees them.

 Dieses Bild wird auch von Medien genährt, wo es wie ein endloses Mantra wiederholt wird, bis es eben diese Satanisten (in spe) aufgreifen: "Die Kirche und alle, die an Gott und an seine moralischen Forderungen glauben, unterdrücken alle, die wirkliche Freiheit wollen. Satan/Luzifer rebelliert gegen diese Einschränkungen der persönlichen Entfaltung, weil er gegen eben diesen Gott rebellierte. Also muss Satan/Luzifer gut sein!"

Und damit sind wir auch schon beim sogenannten Luziferianismus, dessen Anhängern es ständig auf die eigene Freiheit und Selbstständigkeit ankommt. Und die besonderen Wert darauf legen, als "philosophisch" eingestuft zu werden. Ob das auch Luzifer vor seinem Fall beansprucht hat, ist leider nicht bekannt.
Eine andere Gruppierung geht noch weiter. Danach soll nach ihrer Meinung Satan der wirkliche Gott sein, der alles erschaffen hat und den Menschen Freiheit zu ihrer eigenen Entwicklung und Vervollkommnung lässt.

Warum diese dann einfach nicht statt "Satan" "Gott" sagen statt "Gott" "Satan" zu nennen, konnte mir bis heute niemand erklären. Und vor allem, warum sie nicht einfach zur katholischen Kirche konvertieren, die vom Inhalt her ihnen am ehesten gerecht werden würde.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen