Freitag, 2. Mai 2014

Mannheimer Barock I.


Einen kleinen Schatz beherbergt das Museum Zeughaus in Mannheim. Dort sind verschiedenste Figuren aus der Barockzeit ausgestellt, die vor allem wegen ihres feinen Stils und dem Detailreichtum auffallen.


Besonders häufig waren Themen aus dem Jesuitenorden vertreten, der seit der Verlegung der Residenz von Heidelberg nach Mannheim dort seinen Sitz hat. Obige Skulpturen stammen von Paul Egell aus dem Jahr 1748. Die linke, die St. Nepomuk darstellt, war Teil des Fassadenschmuckes des ehemaligen katholischen Friedhofes der Stadt, die rechte, die den Missionar Franz Xaver darstellt, gehörte zum ehemaligen Jesuitenkolleg. Die Figur, die dahinter steht, stand auf dem Kapuzinerplatz.


Auffälliges Detail an der Statue des Franz Xaver ist dieses Satyrkind, das das asiatische Heidentum darstellen soll.

Bemerkenswert ist ebenfalls die Darstellung der barocken Alltagskleidung.


Bei der Darstellung des Heiligen Josephs (Privathaus, 1750, unbekannter Künstler) fallen die feinen Details des Hemdes auf. Bei der Figur des guten Hirten (Zucht- und Waisenhaus, 1750, Johann Matthäus van den Branden) ist es vor allem die Schäferausrüstung.


Von Franz Conrad Linck stammt das Grabmal der Ehefrau (1789) des Hofbibliothekars Karl Theodor von Traitteur. Erkennbar ist der bereist vollzogene Übergang vom Barock zum Klassizismus, der sich mehr an der Nüchternheit der Antike orientiert, auch wenn die allegorische Darstellungsweise weitergeführt wird.


Ebenfalls zum beginnenden Klassizismus kann man die Sphingen vom Alten Nationaltheater rechnen. Auffällig bei ihnen ist der starre Blick, der durch eine Vertiefung der Pupillen hervorgerufen wird.

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