Freitag, 22. August 2014

Eiskalt erwischt


Da die deutsche Spaßgesellschaft so einiges an lustigen Spendenaktionen gewohnt ist, wie den Red Nose Day, dürfte es nicht verwundern, dass auch die jetzige populäre "ALS Ice Bucket Challenge" sich sehr schnell großer Beliebtheit erfreut.

Die Regeln sind ganz einfach: Wenn ein Prominenter herausgefordert worden wurde, muss er sich innerhalb von 24 Stunden einen Kübel Eiswasser über den Kopf schütten und sich dabei filmen - wie es oben Bill Gates tat - oder wie Conchita Wurst (bei der in den Medien scheinbar bis heute niemand kapiert hat, dass es sich um einen Kerl handelt) 100 Dollar an die ALS Association spenden, die nach Heilungsmöglichkeiten für die Amyotrophe Lateralsklerose (kurz ALS) forscht.

Es gibt nur einen Haken bei der ganzen Sache. Nämlich einen moralischen, auf den die US-amerikanische Erzdiözese Cincinnati in ihren Bildungseinrichtungen hinweist:

[...] Der Wettbewerb selbst sei eine hervorragende Idee, so erläuterte Dan Andriacco, Sprecher der Erzdiözese Cinncinnati. Auch sei die Krankheit ALS tatsächlich eine „furchtbare Krankheit“. Es gehe nur darum, dass Spendengelder nicht an die „ALS Association (ALSA)“ gesandt werden sollten, da sie in zumindest einem Fall in eine Studie einfließen, die embryonale Stammzellen verwendet. „Wir schätzen das Mitgefühl, das so viele Menschen dazu bringt, sich hier zu engagieren, doch ist es ein allgemein anerkanntes moralisches Prinzip, dass der Zweck nicht die Mittel heiligt, sondern dass die Mittel moralisch erlaubt sein müssen.“ Um Stammzellen herzustellen müssten aber Embryonen vernichtet werden. Die Erzdiözese bittet deshalb darum dass die Spendengelder stattdessen dem „John Paul II Medical Research Institute in Iowa City“ in Iowa zukommen sollten.

Die ALSA verzeichnete durch die Eiskübelaktion einen enormen Zuwachs an Spendengeldern. Im Jahr 2012 waren ihr ingesamt rund 19 Millionen Dollar (knapp 15 Millionen Euro) Spenden zugekommen, in den nur drei Wochen vom 20. Juli bis 18. August 2014 aber schon 16 Millionen Dollar (12 Millionen Euro). [...]

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