Montag, 25. August 2014

Isnogud lässt grüßen



Islamischer Staat schön und gut, aber haben die Möchtegern-Kalifen von IS und Boko Haramschon mal daran gedacht, dass sie sich irgendwann eines Tages (wenn man sich den zukünfigen IS-Eroberungsplan  genau anschaut) notfalls gegenseitig an die Gurgel fallen müssen?

Der Denkfehler bei diesem sogenannten ¨ Islamischen Staat¨ liegt ja gerade daran, dass man einen bestimmten Herrschaftsanspruch einer bestimmten Gruppe als pan-muslimische Utopie unter einzelne Idealisten streut, die eben nicht geschichtliche Auseinandersetzungen wie im Hinblick auf das Herrscherhaus der Fatimiden kennen. Diese sind so lange von Seldschuken und intriganten Wesiren bekämpft worden, bis sie nur noch im Maurischen Spanien Zuflucht fanden und die Herrschaft in Nordafrika aufegeben mussten, um mit dem Leben davonzukommen.

Von ¨Solidarität im Haus des Islam¨ keine Spur. Außerdem war die Vertreibung der Fatimiden vor der großen Kreuzzüge-Hype im 19. Jh., die der osmanophile Kaiser Wilhelm II. Bei seinen Besuchen im Nahen Osten unwissentlich selbst befeuert hat (mit einem verklärten Islambild eines teilweise antiklerikalen Schriftstellers), das große Kriegsereignis der islamischen Welt gewesen. Die Kreuzzüge hat man in der Zeit schon als eine kleinere Art Techtelmechtel abgetan, die die muslimische Welt bis auf die Eroberung Jerusalems scheinbar nicht groß beeinträchtigt haben. Erst durch die Kolonialpolitik Englands und Frankreichs wurde das Thema wieder hochgekocht.

Nicht zu vergessen wären auch die mehr oder weniger kleinen Mordkomplotte und ¨ Unschädlichmachungen¨ innerhalb der Osmanendynastie. Wenn man zufällig als männlicher Verwandter nur kastriert und in den ¨Goldenen Käfig¨ gesperrt worden ist, bedeutete das noch lange nicht, dass man nicht doch sicherheitshalber komplett aus dem Weg geräumt werden konnte. Väterchen Stalin lässt grüßen, auch im Hinblick darauf, dass neben ¨ Ungläubigen¨ wie Christen und Jesiden bisher auch vermehrt Muslime ins Fadenkreuz gerieten, vor allem wenn es sich um Politiker und einfache Menschen handelt, die das Vorgehen von IS kritisierten.

Ob diese Paranoia und dieser Hass auch auf Kämpfer innerhalb dieser Gruppe übergreifen könnte, wenn einzelne Mitglieder bei anderen ¨zufällig¨ eine Opposition zum ¨wahren Islam¨ ¨feststellen ¨ würden müsste weiter in den Sternen stehen. Bisher war es bei anderen Terrorgruppen ja eher so gewesen, dass sie sich einfach abgespalten haben und sich gegenseitig aus dem Weg gingen.


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