Montag, 1. September 2014

GoT: Dann geht halt nach Coventry...


Die katholische Kirche hat für die neue Staffel der Filmserie "Game of Thrones" in der kroatischen Stadt Dubrovnik ein Drehverbot erteilt, weil darin eine Nacktszene vorgesehen ist. Von der Serie, die von vielen Gewalt und Sexszenen geprägt ist, wird derzeit die fünste Staffel gedreht. Dazu waren Drehszenen in der Kirche St. Nicholas mit der furchteinflößende Königin, Cersei Lannister, geplant. Die Schauspielerin Lena Headey (40) sollte dabei nackt durch die Straßen der Hauptstadt der sieben Königreiche laufen. Nun wird nach einem neuen Drehort gesucht, um die für die Story notwendige Sequenz doch noch zu filmen. Quelle


Ich scheine schon einmal die Problematik der US-Serie Game of Thrones erwähnt zu haben: Einerseits ist da diese geniale wie komplexe Story, in der es darum geht, dass sich mehrere Adelhäuser und Parteien eines Fanasy-Königreiches in den Haaren liegen und den wenigsten darunter wirklich Alternativen zu Demütigung und Rache einfallen (die sich dann nachträglich sowohl moralisch als auch für die Gesamthandlung als deutlich bsser erweisen).

Andererseits gibt es da diesen hohen Anteil an Gewalt und offenen Sexszenen. Auch wenn sich diese Szenen teilweise (zumindest) mit der Dramaturgie rechtfertigen lassen (und wie immer im Fernsehen auch mit einen einem gewissen Voyeurismuspotential, das man dem Zuschauer vorwirft), dürfte es wirklich nicht wundern, dass das Filmteam (und wahrscheinlich auch Autor J.R.R. Martin) jetzt auch von der Kirche ordentlich eine auf den Deckel bekommen hat.

Fantasy, Drama und Epen á la Kriemhilds Rache hin und her: Damit wird eine deutliche Grenze überschritten, die sich im mindesten daran äußert, dass viele Zuschauer sich auf Dauer davon genervt fühlen (wie bei mir). Da ist schon das einzig Positive an diesem Fall, dass man weinstens vorher um Dreherlaubnis anfragte.

Will man dennoch wirklich solche Nacktszenen beibehalten, sollte man sich am Besten in anderen Gegenden umsehen, wie beispielsweise im englische Coventry.
Dort hat so was eigentlich eine gute Tradition, wenn man die Legende von Lady Godiva kennt. Anders als in GoT ging es dabei nicht um Demütigung und Rache, sondern darum, dass sie ihren Mann dazu bringen wollte, die Steuerlast des Volkes, das immer mehr darunter litt, zu lindern. Als er sich immer wieder weigerte, griff sie zu einer ungewöhnlichen Maßnahme: Sie drohte, nackt durch die Straßen zu reiten, solle er ihrer Bitte nicht nachkommen. Was auch geschehen sein soll.

Und im Unterschied zur sensations- und effektslüsternen Moderne hatten die Einwohner Coventry´s wenigstens noch den Anstand, ihre Fenster und Türen zu schließen, um die Schamhaftigkeit der Lady zu schützen, auf die auch die ehemalige Benediktinerabtei der Stadt zurückgeht. Auch eine Sache, die Team und Autor daraus lernen könnten.


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