Dienstag, 21. Oktober 2014

Sie sind doch nicht alle tot

Deutschland, 1934: Nationalsozialistische Deutsche Arbeiter Partei.

Irak, 2014: Islamischer Staat (IS).

Stuttgart, ebenfalls 2014: Antifa.

[...] Bereits am Vortag [ zum Sonntag, an dem die "Demo für Alle" stattfand] hatten sogenannte Antifaschisten den Eingang zu den Jugendräumen einer russisch-orthodoxen Kirche in Stuttgart beschmiert, um – wie sie im Internet mitteilten – „einen homophoben Akteur in unserer Stadt zu markieren“. Der Pfarrer der Gemeinde, Erzpriester Ilya Limberger, erinnerte bei der Demonstration daran, dass die staatliche Erziehung durch die kommunistischen Regime Osteuropas viele Familien zerstört habe. Die Landesregierung solle dem Verfall der Familie entgegenwirken, anstatt die Entwicklung mit der Begründung zu fördern, dass sexuelle Vielfalt wünschenswert sei. [...]

Es ist eigentlich einen offenen Zynismus zu nennen, dass in den Medien zur Gewalt sogenannter "Antifaschisten", die sich ja angeblich gegen Rassismus und für "Toleranz" (bewusst in Klammern gesetzt) einsetzen, weitgehend geschwiegen wird. Selbst zur "Demo für Alle" haben die meisten Zeitungen in einer falschen Neutralität berichtet, in der der Anschein erweckt werde, die Bereitschaft zur "Aggression" sei auf beiden Seiten vertreten gewesen. Was offenkundig nicht stimmt.

[...] Wie bei den anderen Demonstrationen musste auch diesmal die Polizei linke Störer in Schach halten. Mehr als 500 Beamte waren im Einsatz, um Provokationen von etwa 200 Gegendemonstranten zu verhindern. Die Ordnungskräfte beschlagnahmten Taschenmesser, Böller, Quarzhandschuhe sowie Vermummungsmaterial und sprachen acht Platzverweise aus. Außerdem wurden Polizisten angespuckt und Stinkbomben [deswegen roch es auch zum Abschluss der Demo leicht nach Käse-Chips] geworfen. [...] 

Ebenfalls bei den harmloseren Teilnehmern war eine Mischung aus Hass und Ignoranz zu bemerken, wenn beispielsweise an Passanten Flugblätter verteilt worden sind mit der Aufschrift "Keine Straße der reaktionären Hetze", in der eine regelrechte Verschwörungstheorie "rechter Bestrebungen" von "kleinen Eliten" gegen "die Mehrheit der Bevölkerung" aufgebaut wird mit der Behauptung, dass "Presse und Politik in der BRD" diese propagandistisch unterstützen würden. Wer sich näher informiert hat über die "Demo für Alle", sollte wissen dass dem eben nicht so ist und dass es meist die Antifaschisten sind, die gerne von Medien und Politik unter dem Schlagwort "Kampf gegen Rechts" gerne hofiert werden. 

Auf die persönliche Anfrage einer jungen Frau, die diese Blätter verteilt hat, wurde auch schnell klar, dass man freiwillige Helfer nicht über den Inhalt informiert hat. Auf die Anfrage, was der Begriff "reaktionär" (ein Wort, das Fans von "Don Camillo und Peponne" in den Ohren klingeln sollte) überhaupt bedeute, konnte keine Antwort gegeben werden. Es wurde lediglich auf das Flugblatt verwiesen, auf dessen Rückseite die Herkunft angegeben wurde: Antifaschistische Aktion Aufbau Stuttgart. Die natürlich "für eine Gesellschaft frei von Diskriminierung und Unterdrückung von Homosexuellen, MigrantInnnen und sozial Benachteiligte einstehen".

Und ungefähr an der Stelle merk man, dass die Kerles von damals doch nicht alle tot sind. 

Und dass sie ihre "nützlichen Idioten" auch dabei haben.




1 Kommentar:

  1. "... der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch ..." (B. Brecht)

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