Freitag, 21. November 2014

初音 ミク. Oder: Hologramme in Real Life.

Ehrlich gesagt bin ich ein wenig enttäuscht. Man sollte ja eigentlich wissen, dass in der Werbung (besonders im Fernsehen) viel übertrieben wird. Dass Ravensburger aber in der Fernsehwerbung für die neue Spiele-Reihe Smart Play den leichten Anschein des Gebrauchs der digitalen Hologramm-Technik macht, finde ich dennoch ein wenig verwirrend.


Und weil ich vor einiger Zeit im Europa-Park in Rust ein echtes Hologramm gesehen habe (und zwar im Tempel im Wartebereich der Poseidon), das mit Hilfe von in Pyramidenform angeordnetem speziellen Spiegelglas und Beamern innerhalb eines Glaskastens so erzeugt worden ist, dass es den wirklichen Anschein eines von allen Seiten betrachtbaren Hologramms á la Star Wars und Co erweckte, ging ich davon aus, dass diese Technik wohl endlich alltagstauglich gemacht wurde.
Aber nein. Herr Mack und sein Team sind technisch der Welt außerhalb des Parks immer einen Schritt voraus (und sind wahrscheinlich gerade dabei einen technisch originalgetreuen Nachbau des Todessternes anzufertigen ;-).

Gerade noch so "alltagstauglich" dagegen sind die 2D-Hologramme, die nicht innerhalb eines dreidimensionalen Körpers erzeugt werden, sondern bei denen es sich um dreidimensionale realistische Figuren handelt, die auf eine transparente Fläche projiziert werden. Primär werden diese als Effekte bei Konzerten und Bühnenshows eingesetzt. Bestes Beispiel dafür ist die britische "Fiktiv"-Band Gorillaz.


In Japan ging man dazu sogar einen Schritt weiter. Bei der Sängerin Hatsune Miku (初音 ミク, zu Deutsch: "Musik aus der Zukunft") handelt es sich komplett um eine digitale Sängerin. Grundlage dafür war eine von der Firma Crypton Future Media entwickelte künstliche Gesangstimme, die als Computerprogramm 2007 offiziell unter dem Namen Vocaloid 2 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Im Rahmen dieser Präsentation entwickelte man ein weibliches Maskottchen, dem man diese Stimme verlieh.

Dieses wurde so schnell in der Öffentlichkeit bekannt und bei vielen Jugendlichen beliebt (obwohl es sich eher um ein akustisches Vorführ- und Kontrollprogramm für Noten und den dazugehörigen Texten handelte), dass bald schon eigene öffentliche Konzerte unter dem Namen Hatsune Miku (der im Westen: Miku Hatsune) gegeben wurden. Bei denen auch die Sängerin (übrigens Interpretin von menschenunmöglichen 100.000 Stücken) auftritt. Eben durch obig genannte 2D-Hologrammtechnik.



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen