Donnerstag, 4. Dezember 2014

Ehrliche und unehrliche Fiktion

Es gibt trotz anscheinend gleichen Namens einen gewaltigen Unterschied zwischen Fiktion als Grundlage für einen "Glauben" - wie derzeit die Sache mit der "Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters" - und dem Glauben als Grundlage für Fiktion.

Beim einen handelt es sich um ätzende Satire auf unterstem Richard-Dawkins-Niveau oder bestenfalls um einen Fehlgeleiteten Versuch, Orientierung im Leben zu finden, beim anderen handelt es sich um eine echte Suche, die auf der Ebene der Literatur beschrieben oder nacherzählt wird - seit George MacDonald auch im Bereich des Fantastischen bzw. der Fantasy.

Anders als das Aufdringlich-Pseudoaufklärerische obig genannter "Satire-Religion" oder atheistischen Autoren wie Philip Pullman entsteht diese "Real-Fantasy" von alleine, sie fließt aus einem echten christlichen Leben sogar unbewusst in das Schreiben mit ein, was besonders bei den beiden Autoren J.R.R. Tolkien und C. S. Lewiszu beobachten ist, weswegen man sich nicht wundern sollte, das diese Werke noch immer zu Bekehrungen führen.


[...] In ihrer atheistischen Haltung sei ein gewisser Stolz gelegen, das Produkt des blinden Zufalls zu sein, erinnert sie sich. Sie habe sich religiösen Menschen überlegen gefühlt, doch seien im Hintergrund stets Zweifel an ihrer Position vorhanden gewesen. Fragen zum Wesen der Person, moralischen Dilemmas wie Abtreibung und Euthanasie sei sie ausgewichen. Bücher wie „Die Chroniken von Narnia“ von C.S. Lewis, „Der Herr der Ringe“ von J.R.R. Tolkien und die Gedichte des Jesuiten Gerard Manley Hopkins hätten ihrer Fantasie erlaubt, die Transzendenz zu akzeptieren. Diese Lektüre habe sie in einer Weise bewegt, die sie rational nicht nachvollziehen konnte. Erst nach ihrer Bekehrung habe sie gemerkt, welche Bedeutung die Literatur für ihren Weg zum Glauben gehabt habe, schreibt sie.

Nachdem sie sich zuerst dem evangelikalen Christentum zugewandt hat, ist sie jetzt in die katholische Kirche aufgenommen worden. Dieser Schritt sei „das Beste, was ich je getan habe“, sagt sie gegenüber Francis Phillips. Die Fülle des Glaubens und die Sakramente hätten ihr geistliches Leben in einer Weise gefestigt, die sie nie zuvor gekannt habe, ergänzt sie.


1 Kommentar:

  1. Ach deshalb lag bei uns in der kath. Grundschule der Hobbit rum: Verführung zum Glauben schon an wehrlosen Kindern! ;)

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