Donnerstag, 11. Dezember 2014

Semi-Fideismus oder Neo-Donatismus?



Ein sehr lesenswerter Artikel auf katholisches.info über die allgemeine Reaktion auf die diesjährige Familiensynode und die urplötzliche Anerkennung einer gewissen Unfehlbarkeit des Papstes.

[...] Die Progressisten, oder vielleicht besser Neo-Modernisten schreiben allen Handlungen des derzeitigen Papstes unfehlbaren Charakter zu und ebenso den Ergebnissen der kommenden Synode, welche immer es sein mögen. Diesen Akten, so sagen sie, ist zu gehorchen, weil – wie im Falle des Zweiten Vatikanischen Konzils – der Papst und die mit ihm verbundenen Bischöfe nicht irren können. Andererseits leugnen dieselben Progressisten den unfehlbaren Charakter der Inhalte der Enzyklika Humanae vitae von Paul VI. und behaupten, daß die traditionelle Ehemoral aktualisiert werden müsse, indem sie den „gelebten Überzeugungen“ jener Katholiken angepaßt wird, die künstliche Verhütung, künstliche Befruchtung und außereheliches Zusammenleben praktizieren.

Im ersteren Fall scheinen sie die Unfehlbarkeit des ordentlichen allgemeinen Lehramtes zu behaupten, das sie mit dem Lehramt des Papstes und der Bischöfe seit dem Zweiten Vaticanum gleichsetzen. Im zweiten Fall leugnen sie hingegen das wirkliche Verständnis der Unfehlbarkeit des ordentlichen allgemeinen Lehramtes, das in der Überlieferung der Kirche zum Ausdruck kommt nach der bekannten Formel von Vinzenz von Lérins: quod semper, quod ubique, quod ab omnibus.

Damit wird offenkundig die Glaubenswahrheit über das kirchliche Lehramt auf den Kopf gestellt. Die Lehre der Kirche besagt nämlich, daß der Papst, wenn er alleine oder in Einheit mit den Bischöfen ex cathedra spricht, mit Sicherheit unfehlbar ist. Damit eine Verlautbarung aber ex cathedra erfolgt, müssen einige Erfordernisse gegeben sein: 1) er muß als Papst und Hirte der Weltkirche sprechen; 2) das Thema, zu dem er sich äußert, muß den Glauben oder die Sitten betreffen; 3) zur Sache muß er ein feierliches und endgültiges Urteil aussprechen mit der Absicht, alle Gläubigen zu verpflichten.

Es ist allerdings hinzuzufügen, daß sich die Unfehlbarkeit der Kirche nicht auf den Ausnahmefall beschränkt, in dem der Papst allein oder in Einheit mit den Bischöfen ex cathedra spricht, sondern auch das ordentliche allgemeine Lehramt umfaßt.
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