Mittwoch, 7. Januar 2015

"Der mündige Christ" von P. Engelbert Recktenwald FSSP

Nachdem der neue Stadtpfarrer von Bruchsal in der letzten Zeit wieder mal für das Erzbistum Freiburg typische Bemerkungen von der Kirche als "Art Unternehmen, das für die Menschen da ist" vom Stapel gelassen hat, das unbedingt attraktiver werden muss, um diese überhaupt zu erreichen, erschien jetzt im  Informationsblatt der Petrusbruderschaft dieser hervorragende Beitrag von Pater Engelbert Recktenwald (kann man ebenfalls auf seinem Blog nachlesen) über das wirkliche Wesen der Kirche und der echten Mündigkeit der Gläubigen.

[...] Trotzdem kommt normalerweise im Leben eines Menschen, meistens in der Pubertät, der Augenblick, wo er vor die Entscheidung gestellt wird, den überkommenen Glauben als bloßen Kinderglauben abzuwerfen oder sich ihn auf eine neue, bewusste Weise zu eigen zu machen, auf eine Weise, die seiner Reife entspricht. Nur so wird er zu einem mündigen Christen. Das bedeutet aber auch umgekehrt, dass die Mündigkeit des Christen nicht in einem Abschütteln des Glaubens als eines kirchlichen Jochs besteht, sondern in einer erneuten Affirmation. Rebellion gegen die kirchliche Autorität nach Art der 68er ist eher Zeichen pubertärer Unreife. Wir sind und bleiben im cyprianischen Sinne Kinder der Kirche. Nur die Art und Weise des Empfangens dessen, was der Herr uns über die Kirche schenkt, ändert sich. Ein unmündiges Kind nimmt alles wie selbstverständlich und unreflektiert von der Mutter entgegen. Wird es verständiger, lernt es die Liebe der Mutter dankbar zu würdigen. Es ist nicht mehr bloß unbewusster Nutznießer dieser Liebe. Manche Taufscheinchristen sind auf diesem Niveau stehen geblieben: Sie sehen die Kirche als ein Serviceunternehmen, das ihren Vorstellungen zu entsprechen habe. Diese Haltung nennen sie dann Mündigkeit. Zur Mündigkeit gehört vielmehr, sich bewusst in eine positive Haltung zur Kirche zu setzen, sie als Mutter anzuerkennen und sich wie ein reifer, verständiger Sohn (oder Tochter) zu verhalten. [...]


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