Montag, 12. Januar 2015

Hoppla, der ist doch nicht tot.

[...] Schon seit 1968 waren die Ärzte bestrebt, einen Zeitpunkt vor dem bis dahin allgemein akzeptierten Todeszeitpunkt (vollständiges, medizinisch irreversibles Erlöschen der Herztätigkeit und dauerhafter Stillstand des Blutkreislaufs) zu finden, der künftig für die Zwecke der Organspende als der „Tod des Menschen“ bezeichnet werden konnte. Das bedeutet, daß zwar noch nicht alle Lebensfunktionen – insbesondere Herztätigkeit und Kreislauf – endgültig erloschen sind, daß aber wegen einer als irreversibel angesehenen Schädigung des Gehirns und des Ausfallss einer gesamten integrativen Funktionen das Sterben und damit der Todeseintritt unumkehrbar ist. Hirntote sind also nicht Tote, sondern eigentlich Sterbende. In der Fachwelt gibt es inzwischen massive Zweifel sowohl an der eindeutigen Diagnostizierbarkeit des Hirntodes als auch an der Gleichsetzung von Hirntod und Tod.

Daß diese Definition falsch bzw. unsicher ist, wird mittlerweile selbst von Wissenschaftlern zugegeben,
die sie seinerzeit mit aufgestellt haben. Das hat z. B. im März 2012 der amerikanische Neurologe und langjährige Verteidiger der Hirntoddefinition Prof. Alan Shewmon vor dem Deutschen Ethikrat in aller Deutlichkeit erklärt. Es steht fest, daß so genannte Hirntote noch lange Zeit am Leben erhalten werden können. So haben Frauen noch Monate nach Eintritt der mit Hirntod bezeichneten Situation Kinder geboren, Männer sind noch zeugungsfähig. Es steht also fest, daß ein sogenannter Hirntoter eben nicht tot ist, sodaß ihm z. B. auch vor der Organentnahme, die zu seinem Tod führt, starke Schmerz- und Betäubungsmittel zugeführt werden.
[...]
Quelle


Man könnte es eigentlich wieder unter dem Thema "Realsatire" einordnen und bleiben lassen. Anfang Dezember 2014 stoppte man in einem Krankenhaus Bremen/Bremerhaven die Organentnahme bei einem Spender - als man gerade seinen Bauch geöffnet hat. Hat man etwa gemerkt, dass er doch nicht so tot war, wie er eigentlich sein sollte?
Nein, man stellte nur fest, dass die Regeln für entsprechende Diagnose nicht eingehalten worden sind, die eigentlich dafür vorgesehen waren.

Lapidar heißt es dazu in der Zeitung, die ich heute morgen aufschlug:
"[...] Die Überwachunskommission soll sich "mit der Überprüfung befassen". 
Demnach könnte es neben dem Fall aus dem Raum Bremen/Bremerhaven noch weitere problematische Fälle geben."

An dieser Stelle sei auch auf das Posting von Cicero hingewiesen.

Die massive Werbung für Organspendeausweise von staatlicher Seite geht natürlich weiter. Auch mit Prominenten.


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