Montag, 12. Januar 2015

Pogromstimmung 2015


Neben den Diskussionen um noch mehr Satire nach dem Anschlag von Islamisten auf die Redaktion des Satire-Magazins Charlie Hebdo und der nun unter hilflosem Aktionismus (wieder mal) hochgewürgten Frage, ob der Islam zu Deutschland gehöre, gibt es ein Thema, das wahrscheinlich kein Multi-Kulti-Fan anfassen wird: Lohnt es sich nach vermehrten Angriffen speziell durch Muslime noch für Juden in Europa zu bleiben, wenn man sich anscheinend nicht einmal um die Täter kümmert?

[...] Nach dem Attentat auf den koscheren Supermarkt geht vor allem in der jüdischen Gemeinde Angst um. In Zusammenhang mit den Anschlägen von Mohammed Merah in Toulouse 2012 und Mehdi Nemmouche in Brüssel 2014 beweist die Geiselnahme vom Freitag, dass Frankreichs jüdische Gemeinde mit ihren vielen Einrichtungen stark gefährdet ist. Ein Bewohner des Pariser Viertels sagte der Tageszeitung »Le Monde«, dass Coulibaly wohl die nahe gelegene jüdische Schule hatte angreifen wollen, ihm dies aber misslungen sei. [...]


Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat in einer Fernsehansprache die französischen Juden dazu aufgerufen, nach Israel auszuwandern. Französische Juden hätten in Israel eine Heimat. „Alle Juden, die nach Israel einwandern wollen, werden hier herzlich und mit offenen Armen willkommen geheißen.“ Er reagierte damit auf den tragischen Terroranschlag auf ein jüdisches Lebensmittelgeschäft, bei dem ein Terrorist vier Menschen kaltblütig erschossen hatte. Der Terrorist hatte nach eigenen Bekunden das Geschäft ausdrücklich wegen seiner Feindschaft zum Judentum als Ziel seines Anschlages ausgewählt.

Inzwischen mehren sich die Stimmen, wonach die jüdischen Opfer keineswegs die gleiche Pressebeachtung gefunden hätten wie die Opfer der Redaktion des Satiremagazins „Charlie Hebdo“. Im Gegensatz zu den Journalisten würden weder die Namen noch die Fotos der jüdischen Opfer in größerem Ausmaß in Medien dargestellt. Auch verbreite sich der Solidaritätshashtag #JeSuisJuif [„Ich bin Jude“] in der Öffentlichkeit nicht einmal annäherungsweise so stark wie der Solidaritätshashtag #JeSuisCharlie [„Ich bin Charlie“].
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Quelle: kath.net


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