Samstag, 28. Februar 2015

Dieser Artikel dürfte niemanden mehr überraschen...

Es kann eigentlich so wirklich jeder innerkirchliche Schwachsinn auf der Welt und im eigenen Land passieren: In Rom können kritische Bücher verschwinden, papst- und kirchentreue Kardinäle werden öffentlich bloßgestellt und ins Abseits geschoben, sogar die deutsche Kirche kann kurz vor dem Schisma stehen, wobei man munter als Kirche die kirchliche Lehre über Bord wirft.
Die Deutschen sind garantiert die letzten, die das mitbekommen.

Denn es gibt nur eine Sache, die man über die vergangene und die kommende Familiensynode wissen sollte:
Die pöhsen, pöhsen "Konservativen" sind das Problem.

Wer kann den nur so unmenschlich sein und sich liebende Menschen (die Gott ja so unglaublich lieb hat) von der Kommunion, der Vereinigung mit dem eucharistsichen Heiland und Vorwegnahme des Himmels dem gemeinsamen Mahl aller Kirchenbesucher, abhalten? Natürlich nur die bösen konservativen Kardinäle, die wissentlich dem Fortschritt im Weg stehen! (und die Gott deshalb höchstwahrscheinlich auch weniger lieb hat)

 In den Badischen Neuesten Nachrichten lenkt man die Aufmerksamkeit besonders auf Kardinal Robert Sarah, Ende 2014 von Papst Franziskus zum Präfekten der Kongregation für Gottesdienst und Sakramentenordnung ernannt, als die "Beziehungen zwischen Papst und Kardinal noch gut schienen". Doch dann hat er sein Buch geschrieben.

[...] Das Buch ist ein flammender Aufruf zur Rettung einer Kirche, die innerhalb, so der Autor immer dekadenter werdenden Welt unterzugehen droht. "Afrika könnte die Speerspitze der Kirche in Opposition zur westlichen Dekadenz werden", schreibt der Kardinal. In Afrika, so Sarah, werde sich die Zukunft der katholischen entscheiden. Immer wieder stellt der Kardinal Europa seinen Kontinent gegenüber.

Zum Beispiel in Sachen Gendertheorie. Für Sarah ist es absolut verwerflich, dass auch in Afrika Ministerien gibt, in denen man sich Homosexuelle und Transsexuelle kümmert [sic!]. Das sei, so der Autor, das Werk "fanatischer Anhänger westlicher Ideologien". [...]

Neben letztlich doppeldeutigem Statement zum Gender Mainstreaming kommt der Artikel auch sehr schnell zum eigentlichen Thema, warum das Verhältnis zu Franziskus nicht mehr so ganz oh lálá ist:

[...] Hart ins Gericht geht Kardinal Sarah mit den Verfechtern der Reformgedanken des Papstes [sic!!!!1]. Vor allem kritisiert er den deutschen Kardinal Walter Kasper. Er hatte sich vor und während der Synode als Wortführer päpstlicher Reformgedanken [sic!!!!2] hervorgetan und wurde deshalb von den Gegnern dieser Reformen [sic!!!!3] angegriffen. So sehr, dass Kasper in einem Interview erklärte, dass man mit dieser Kritik  nicht ihn meine, sondern den Papst. [...]

Weiter erwähnt wird die Aussage, dass "Die Idee, die Lehre der Kirche in eine Kiste zu tun und sie von der pastoralen Praxis zu trennen und je nach Situation anzuwenden oder auch nicht" eine "Form der Häresie" und "eine gefährliche pathologische Schizophrenie" sei. Es darf nicht verwundern, dass am Ende dieses Gesinnungsartikels der "Vatikanexperte" Marco Politi von der Tageszeitung "il Fatto quotidiano" zitiert wird, der Kardinäle wie Robert Sarah und Gerhard Ludwig Müller, die sich für den Erhalt der kirchlichen Lehre einsetzen als "Wölfe, die eine ernsthafte Gefahr für die päpstliche Mission darstellen" bezeichnet.

Ob es sich tatsächlich um eine "Mission im Sinne von Papst Franziskus" handelt bleibt allerdings offen. Da sich dieser als offizieller Letztentscheider noch immer nicht zu Wort gemeldet hat und sich wahrscheinlich wie bei der letzten Synode weiterhin enthalten wird, um die "Diskussion offen zu halten".
Eine Sache, die wahrscheinlich geschichtlich gesehen einmalig ist und die weder auf dem hochgelobten II. Vatikanischen Konzil, noch von "Super-Päpsten" wie Johannes XXIII. und Johannes-Paul II. angewendet worden ist. Weil sie ganz genau wussten, dass man damit die Kirche letztendlich an die Wand fahren kann.


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