Donnerstag, 19. Februar 2015

"Fifty Shades of Grey": "Toxische Botschaft"

Ein sehr lesenswerter Artikel der amerikanischen Psychologin Miriam Grossman zu der verharmlosenden Taktik des Filmes "Fifty Shades of Grey" und der Botschaft vom "befreienden Gewaltsex":


[...] Ich will euch nicht leiden sehen wie die Leute, die in meine Praxis kommen, deshalb warne ich euch vor einem neuen Film, der als "Fifty Shades of Grey" bekannt ist. Selbst wenn ihr euch den Film nicht anschaut, seine toxische Botschaft sickert in unsere Kultur ein und kann gefährliche Einfälle in den Kopf setzen.

"Fifty Shades of Grey" wird am Valentistag ausgestrahlt, so dass man glaubt, es handle sich um eine Romanze, aber man sollte nicht darauf reinfallen. Der Film handelt von einer krankhaften, gefährlichen Beziehung, voll von körperlichen und emotionalen Missbrauch. Sie scheint großartig zu sein, weil die Schauspieler fabelhaft sind, sie haben teuere Autos und Privatflugzeuge - und Beyonce singt. Daraus schließt man vielleicht, dass Christian und Ana cool sind und dass deren Verhältnis akzeptabel sei.

Aber man sollte sich nicht manipulieren lassen! Die Leute hinter dem Film wollen nur euer Geld, sie haben kein Interesse an euch und euren Hoffnungen.

Missbrauch ist nicht großartig oder cool. Er ist niemals okay, unter keinen Umständen.

Das sollte man über "Fifty Shades of Grey" wissen: Als Kind wurde Christian Grey furchtbar missbraucht. Er ist bezüglich Liebe verwirrt, weil er sie niemals wirklich erfahren hat. Seiner Meinung nach steht Liebe in Verbindung mit schlechten Erfahrungen wie Leid und Demütigung. Christian gefällt es, Frauen auf bizarre Weisen zu verletzen. Anastasia ist ein unreifes Mädchen, die auf Christians Aussehen und Wohlstand hereinfällt und dummerweise seinen Begierden nachkommt.

Im wirklichen Leben würde diese Geschichte schlecht enden - mit Christian im Gefängnis und Ana auf der Straße - oder im Leichenschauhaus. Oder Christian würde fortfahren, Ana zu schlagen, und sie würde bleiben und leiden. Wie auch immer, ihre Leben würde sich nicht wie ein Märchen abspielen. Glaubt mir das.
[...]


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