Mittwoch, 4. Februar 2015

Kardinal Kasper - Diskutiert wird später! Oder auch gar nie.

Werner: "Ha, Stein schlägt Schere! Warte mal, was soll´n das sein, Eckard?!"
Eckard: "Dat is dat Obihörnschen. Dat frisst alles!"


Diese Filmzitat aus "Werner - Gekotzt wird später!" kann man auch auf ganz andere Dinge übertragen, in denen das faire Schere-Stein-Papier-Prinzip gerne übergangen wird. Zum Beispiel beim recht billig lieblosen "Barmherzigkeits"-Argument, mit dem man derzeit innerkirchlich alle Diskussionen totschlagen kann.

Dass besonders Kardinal Kasper zur Zeit exzessiv Gebrauch davon macht und sogar bei öffentlichen Vorträgen, zu denen er eigentlich die offizielle kirchliche Stellung darlegen sollte, nicht davor zurückschreckt, deutliche Grenzen zu verwischen, berichtet ein Mitglied der Piusbruderschaft, der letzte Woche Kaspers Vortrag "Barmherzigkeit - Schlüssel christlicher Lebenspraxis" in Mainz besucht hat:


[...]Der Saal war voll besetzt und die meisten Zuhörer erwarteten wohl, daß der Kardinal schon bald seine Position in der Frage der Kommunionerteilung für bürgerlich Geschiedene und Wiederverheiratete gegen seine Gegner auf der Synode über die Familie im vergangenen Herbst verteidigen würde. Aber Kardinal Kasper sprach ausführlich über die Barmherzigkeit im allgemeinen und dann über die Rolle der Barmherzigkeit zunächst im Alten und dann im Neuen Testament. Dabei erwies er sich als ein kenntnisreicher Theologe.

Allerdings war fast ausschließlich von der Barmherzigkeit Gottes in einer Weise die Rede, daß man den Eindruck gewinnen konnte, der Mensch könne seines Heils sicher sein.
Zwar war am Rande auch von der Gerechtigkeit Gottes die Rede, aber sie werde, so äußerte sich der Kardinal sinngemäß, von der Barmherzigkeit Gottes überboten.

Erst gegen Ende seines Vortrags kam er auf seine Position in bezug auf die Kommunionerteilung an bürgerlich Geschiedene und Wiederverheiratete zu sprechen, wobei er sich im Sinne seines im Vorfeld der Synode über die Familie gehaltenen Vortrags äußerte. Demnach solle es künftig – im Widerspruch zur katholischen Lehre – bürgerlich Geschiedenen und Wiederverheirateten gestattet sein, nach einer gewissen Zeit der Trennung von dem Ehepartner die Kommunion zu empfangen.

Darüber hinaus bekundete der Kardinal seine Zuversicht, daß auf der Synode über die Fami-lie im kommenden Herbst, bei der erst Beschlüsse in dieser Sache gefaßt werden sollen, die erforderliche Zweidrittelmehrheit für ein Dokument, das in seinem Sinne verfaßt ist, zustande kommen werde.
[...]


"Barmherzigkeit" (übrigens nicht näher kategorisiert) hebelt also alles aus. Wahrscheinlich auch Eckards Obihörnschen. Man dürfte also an dieser Stelle erwarten, dass die nächste Synode für ihn eine Tabula rasa werden wird, egal, was die anderen sagen...


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