Dienstag, 10. März 2015

Exkommuniziert sie doch endlich!

Wenn man mich persönlich fragen würde, mit wem von beidem man sich besser verstehen könnte, der Piusbruderschaft oder "Wir sind Kirche", dann würde ich eindeutig auf erstere tippen.

Die Piusbrüder stressen oft gerne regelmäßig mit Kleinigkeiten herum, letztes Jahr besonders mit der angeblichen Rechtmäßigkeit und "Heldenhaftigkeit" der illegalen Bischofsweihen Lefebvres (von der sich offensichtlich niemand so richtig distanzieren will). Aber sie haben einen "Heimvorteil", der darin besteht, dass man mit ihnen ihnen einen gewissen Konsens teilt, besonders in Fragen bezüglich der würdigen Verehrung Gottes, der Moral und nach der Wichtigkeit eines tugendhaften Lebens. In diesem Sinne könnte ich mir wirklich vorstellen, dass sie (nach wie langer Zeit auch immer) eines Tages wieder ins Boot zurückgeholt werden können.

Bei WisiKi ist das ein wenig schwieriger. Nicht nur, dass man nicht so genau weiß, welchen Konsens man überhaupt noch mit ihnen teilt (ich meine damit nicht nur institutionelle und moralische, sondern auch theologische Positionen, allen voran die Christologie dieser Gruppe). Es ist außerdem noch unglaublich schwierig, jemanden "ins Boot zurück zu holen", der es am liebsten kaputt schlagen möchte, weil Wasserverdrängung sich anscheinend nicht mit einer "offenen und toleranten Gesellschaft" verträgt. Und vor allem auf ein Schisma hinarbeitet, sollte Rom sich nicht beugen.

[...] „‘Wir sind Kirche‘ beschränkt sich aber nicht nur darauf, Forderungen zu stellen und Arbeitspapiere zu redigieren. Sie will auf allen Ebenen aktiv werden, um eine revolutionäre Kirche einzurichten. Eine Liste mit fast zwanzig ‚Aktionsmöglichkeiten Vorort‘ erklärt den Anhängern, wie sie die Ansichten der Bewegung bekannt machen können. Ein ‚Synoden-Fahrplan‘ erläutert die wichtigsten Etappen bis zur Synode und koordiniert die bundesweiten Aktivitäten, um die größtmögliche Wirkung zu erreichen.“ [... ]

Man dürfte weiter spekulieren, inwiefern ZdK und BDKJ darin involviert sind oder ob die deutschen Bischöfe je etwas dagegen unternehmen werden, wenn man nicht einmal mehr mit dem eigenen thologischen Lehrpersonal zurechtkommt, geschweige mit der flächendeckenden Unwissenheit in Glaubensfragen.

Sicher ist in diesem Falle, dass wieder einmal versucht wird, die Lunte an das offene Pulverfass zu legen, wie es schon seit Jahrzehnten versucht wird und man nun die Chance im derzeitigen "demokratischen Papst" sieht, den man nach Belieben aus dem Zusammenhang reißen und verformen kann und sogar darf, ohne dass man es überhaupt noch überprüfen kann - der Heilige Vater hat an dieser Stelle leider noch nicht Position bezogen, wie er es eigentlich sollte.

Um noch einmal auf beide oben genannte Gruppen zurückzukommen: Ich bin der Meinung, dass das gute alte "Quid pro quo" wieder zum Zuge kommen sollte: Lefebvre und seine Anhänger sind wegen offenem Schisma ausgeschlossen worden, um eine weitere Untergrabung zu verhindern. Also sollte man auch fairerweise "Wir sind Kirche" damit die Grenze aufzeigen, da diese ebenfalls eine Unterhöhlung vornehmen - und zwar nicht im gehobenen institutionellen Sinne, sondern an der "Basis", wo sie besonders bei Uninformierten leichtes Spiel durch gezielte Desinformation haben, die sogar in die öffentlichen Medien eindringt. Nur sollte man am besten sofort handeln und nicht erst wenn die nächsten liturgischen Missbräuche hundertmal vollzogen worden sind.



Kommentare:

  1. wenn du wüsstest wie recht du hast :-D

    AntwortenLöschen
  2. Piusbrüder oder WisiSi? — Das ist eine sehr zeitbedingte Frage.

    In 20 Jahren wird sich die Frage aus ein oder gar zwei Gründen nicht mehr stellen:
    1. Weil die WisiKis ausgestorben sind
    2. Weil möglicherweise für das Problem der Piusbrüder eine Lösungsmöglichkeit gefunden wurde.

    AntwortenLöschen
  3. Ach ne, diese lustigen Alt68er, lasst sie doch noch ein bisser "polidisian".... Dieses Video ist zwar schon ein paar Jahre alt, aber man sieht, die werden ja nicht jünger http://youtu.be/UgD-q_eUDr0
    Am interessantesten sind allerdings die beiden Kommentare unten drunter aus der Slovakei. Die treffen ins Schwarze:
    "MrSuslicek vor 3 Jahren
    Seien sie ruhig. Spirituell mühsam Deutschland, Österreich und viele weitere westeuropäische Länder. Was fur eine Reforme sie wollen? Soll ich lachen? Sie sind kranke teil der Kirche. Sie brauchen Hilfe, nicht die Kirche. Auch fur Satan ist typisch die Ungehorsam. Er hatte immer Probleme dammit. Gruss aus Slovakei.

    Konrad Povac vor 1 Jahr
    Lass ma @Mr.Susilcek, die deutschen sind vom Wohlstand gemästet und verblödet wie auch die anderen westeuropäer, die brauchen nicht ihr täglich Brot erkämpfen, haben Langeweile - sitzen in Restaurant mit Wein und Laptop und diskutieren wie toll Religion ist , gemeinsam kann man das am besten, - andere gehen Golf spielen, und diese Leute üben sich eben in ihrem Religionsfetischismus..."

    AntwortenLöschen
  4. ja bitte! Und das bald. Aber sind sie das nicht längst automatisch? Es ´traut sich in D nur keiner das anzuerkennen und auch umzusetzen. Es gäbe wohl einen mittleren Sturm im Wasserglas der theologisch-rebellierenden Einheitsdenker , wenn ein Priester ihnen die Kommunion verweigerte- außerdem herrscht bei dieser geriatrischen Selbsthilfegruppe doch eh eucharistische Selbstbedienung - oder? Die Herr-und Damenschaften folgen doch schon längst einer selbstgebastelten Religion à la Freikirche aus dem do-it-yourself-Baukasten. Und ein Schisma von den Wisikilern wäre für die Kirche weder ein großes Unglück noch schwer zu ertragen, ganz im Gegenteil. Eines aber wissen sie genau- sie wären innerhalb kürzester Zeit uninteressant für die Medien = Höchststrafe.

    AntwortenLöschen
  5. "an der "Basis", wo sie besonders bei Uniformierten leichtes Spiel durch gezielte Desinformation haben.." Polizisten? Soldaten?
    Könnten da wohl nicht eher die "Uninformierten" gemeint sein?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Stimmt. Danke für den Hinweis, habe ich schon korrigiert!

      Löschen