Mittwoch, 15. April 2015

Der Papst und der Tod



Der ehemalige Privatsekretär des emeritierten Papst Benedikt, Georg Gänswein, gibt in einem Interview Einblicke in dessen Privatleben. Demnach bereitet sich Benedikt auch auf den Tod vor.
"Es ist klar, dass ein Mann, der in Kürze 88 Jahre alt wird, darüber nachdenkt", sagte Erzbischof Georg Gänswein dem italienischen Sender Retequattro in einem Interview, das am Dienstagabend ausgestrahlt wurde. "Wir haben darüber mehrmals gesprochen, der Papst und ich, obwohl er eine sehr diskrete und zurückhaltende Person ist." Gänswein erklärte weiter, die Vorbereitung auf den Tod sei für den emeritierten Papst Benedikt die Vorbereitung auf die Begegnung mit Gott, und dies sei die entscheidende Begegnung.
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Eigentlich sollte man Schlagzeilen beiseite lassen. Wenn gleich am Anfang die Schlagworte stehen "Benedikt bereitet sich auf Tod vor", dürfte es klar sein, dass man automatisch aus reiner Neugierde draufklickt, obwohl das für diejenigen, die Joseph Ratzinger kennen und sein hohes Alter beachten (was ihm ebenfalls vollkommen bewusst ist), nichts neues ist. Vielleicht dürfte bei der Meldung ein gewisser Professor aus Oxford ein Flasche Champagner bereitstellen - kurz bevor ihn überraschend ein Bücherregal erschlägt.

Der Tod und die Medien sind schon so eine Sache. Wie der Fantasy-Autor Neil Gaiman mal so schön geschrieben hat "Eigentlich wusste das jeder - und trotzdem sind sie überrascht, wenn es passiert". Man weiß zwar, dass er eines Tages kommen wird, nur wird das eben gerne geistig aufgeschoben - außer wenn es um die Hinterlassenschaften oder das davor geht. Auch im modernen Religionsunterricht ist der Tod eine Sache, auf die man sich nicht vorbereitet, sondern entsprechend betroffen reagiert. In den alten Kinderkatechesen war das (und ist in gewissen Kreisen) selbstverständlich, dass man das ganze Leben so leben sollte, als wenn man in nächsten Augenblick vor seinen Schöpfer treten könnte, am Ende des Lebens und in Krankheiten wird es eben noch einmal intensiver. Dementsprechend ist auch die Einstellung zum Tod.

Es wird berichtet, dass Theresia von Lisieux aus einem Fabelbuch der Klosterbibliothek alle Bilder entfernte, auf denen der dunkle Sensenmann vorkam. Auf die Frage hin, warum sie das tue, antwortete sie, dass dieses Schreckgespenst eben nicht der Tod sei, der sie zum Herrn bringe.


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